Pressefreiheit? Dynamo Dresden unterliegt 1. FC Magdeburg. Damals?

Am 19. August 2007 gastierte Dynamo Dresden zum 4. Spieltag der Regionalliga beim 1. FC Magdeburg. Erst am Abend des vorherigen 13. August fiel einem späteren Redakteur von Ostfussball.com ein, sich dieses durchaus brisante Duell angedeihen lassen zu wollen. Deutlich unter der üblichen Zeitschmerzgrenze für Akkreditierungen von einer Kalenderwoche vorab.

Erfreulicherweise reagierte in den damaligen Nachtstunden via E-Mail allerdings umgehend die zu dieser Zeit amtierende Pressesprecherin des 1. FC Magdeburg, deren Name im Laufe der Gezeiten bedauerlicherweise mit den Wellen elbabwärts geplätschert ist.

Leider, so teilte die Medienbeauftragte dazumal nächtens mit, sei die Pressetribüne im Magdeburger Stadion voll ausgebucht. Und fragte sogleich nach, ob es annehmbar sei, irgendwo anders im weiten Rund einen Platz reserviert zu bekommen, Parkschein für das anreisende Auto vor dem Stadion inklusive.

Damals war’s. Und schön. Obwohl Dynamo 0:1 in Magdeburg verlor. Zu Recht. Neutral zurückblickend. Lange her.

(Ernst-Grube-Stadion, 19. August 2007 – Foto: dehli-news.de)

Und heute? Beinahe zehn Jährchen später?

Da argumentiert der Pressesprecher von Dynamo Dresden, Henry Buschmann, vor dem DFB-Pokalspiel am 20. August gegen RasenBallsport Leipzig fast ähnlich wie seine vormalige Magdeburger Kollegin. Nur eben anders. Und zwar ganz anders. Irgendwie jedenfalls.

“Am Dienstag [16. August] teilte die Pressestelle des [Dresdner] Vereins mit, dass die Kapazität auf der Pressetribüne bereits erschöpft sei und der L-IZ-Journalist keinen ’etablierten’ Presseausweis hätte vorweisen können.“ [Leipziger Internet Zeitung, l-iz.de, 18. August 2016].

Damals war’s?

Dynamo Dresden und die Pressefreiheit

“Die Geschichte lehrt andauernd. Sie findet nur keine Schüler“, so formulierte Ingeborg Bachmann. Kann diese eher soziologische Aussage unter gewissen Umständen im Bezug auf den Umgang handelnder Personen bei der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden hinsichtlich der Möglichkeit auf freie Berichterstattung mittlerweile als widerlegt angesehen werden?

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(Rudolf-Harbig-Stadion, Abendrot, Frühjahr 2011 – Foto: O.M.)

Im Vorfeld des diessaisonalen DFB-Pokalspiels zwischen Dynamo Dresden und Borussia Dortmund entzog der Dresdner Verein in Persona seines Pressesprechers, Henry Buschmann, dem Journalisten Ullrich Kroemer die Akkreditierung. Nach einem von der Tageszeitung (taz) unterstellten “Kuhhandel zwischen Fußball und ZDF“ erhielt Kroemer “seine Stadion-Erlaubnis zurück“.

Beim Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) hat der Fall für Beachtung gesorgt. Etwas Vergleichbares habe es bis dato nicht gegeben. Er halte es für “besorgniserregend, wenn kritische Berichterstattung auf diese Weise sanktioniert wird“, sagt VDS-Präsident Erich Laaser: “Wir sind die ’vierte Gewalt’ im Staat. Wenn Akkreditierungen entzogen werden, ist das ein Angriff auf die Pressefreiheit.“ [taz.de, 11. März 2015]

Mit Beginn der damaligen Zweitliga-Saison 2011/2012 für Dynamo Dresden verweigerte der Dresdner Verein in Persona seines Pressesprechers, Henry Buschmann, einem Redakteur von Ostfussball.com die Fortführung einer bis dato jahrelang bestandenen Jahresakkreditierung für die Heimspiele im Rudolf-Harbig-Stadion.

(…) Nach erheblicher Intervention unsererseits [Deutscher Presse Verband] hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Durchführungsbestimmungen zu den Medienrichtlinien für die Spiele der Bundesliga und der 2. Bundesliga seit dem 1. August 2012 geändert. Seitdem ist die Vorlage “eines von einem Berufsverband ausgestellten, nationalen Presseausweises nachzuweisen“. Dazu zählt der von uns ausgestellte Presseausweis. Die einzelnen Bundesligavereine orientieren sich an diesen Durchführungsbestimmungen.

DPV-Journalisten können sich in Zukunft entsprechend über den Presseausweis als Akkreditierungsmittel bei den Bundesligavereinen beziehungsweise über die DFL als Pressevertreter akkreditieren lassen (…)

Gleichwohl erteilte der Dresdner Verein in Persona seines Pressesprechers, Henry Buschmann, dem Akkreditierungsersuchen eines Redakteurs von Ostfussball.com für das Relegationsrückspiel am 28. Mai 2013 um den letztendlichen Verbleib beziehungsweise Aufstieg in die 2. Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und VfL Osnabrück eine erneute Absage.

Einem Aphorismus von Werner Schneyder – “Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie bleibt nur gleich“ – kann an dieser Stelle nur schwerlich widersprochen werden.

Nun ist Ostfussball.com mitnichten dem ZDF vergleichbar. Und auf einen bevorzugt kostenfreien Sitzplatz auf der Pressetribüne, labberige Brötchen und warme Getränke zur Halbzeitpause kann verzichtet werden. Auf die Pressefreiheit nicht.

[Dieser Artikel wurde am 12. März 2015 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]

Hochwasser 2013: Insel Laubegast – Update: Höchstpegel?

Die aktuelle Entwicklung in den letzten Stunden des gegenwärtigen Hochwassergeschehens schien bereits augenscheinlich auch darauf hinaus zu laufen, “dass der Stadtteil Laubegast wieder eine Insel wird – im Griff der Elbe, des Lockwitzbaches und des sich flussabwärts anschließenden Alten Elbarmes“. Kurz vor 10:30 Uhr erfolgten dann am 5. Juni Lautsprecherdurchsagen, dass Laubegast evakuiert wird.

“(…) Der Katastrophenstab der Landeshauptstadt hat entschieden, ab 11 Uhr eine freiwillige Evakuierung des Stadtteils Laubegast anzubieten (…)“ [hessen-tageblatt.com]

Und so ist Laubegast seit dem 5. Juni 2013 nunmehr erneut eine Insel – “Am Vormittag wurde mit der Leubener Straße die letzte Verbindung zum ’Festland’ überspült“ [dnn-online.de].

Unterdessen ist es in weiten Teilen von Laubegast mehr und mehr still, nur unterbrochen von gelegentlich kreisenden Hubschraubern, die Sonne scheint … Der Elbe-Pegel an der Dresdner Augustus-Brücke wurde am 5. Juni um 16 Uhr mit 8,54 Metern registriert.

Nachfolgend werden exklusiv einige Impressionen von der momentanen ’Insel Dresden-Laubegast’ dokumentiert –

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(Laubegaster Weg, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Leubener Straße, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Österreicher Straße, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Kleinzschachwitzer Ufer, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Lockwitzbachweg, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Leubener Weg, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Leubener Straße, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Leubener Straße, 5. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)

– Update 6. Juni 2013 –

“(…) Die Elbe hat am Donnerstagmittag in Dresden wohl ihren Höchststand erreicht – bei 8,76 Metern um 12 Uhr. ’Wir sind schon im Scheitelbereich, der Wert ist seit zwei Stunden gleichbleibend’, sagte ein Sprecher des Landeshochwasserzentrums (…) Die Hydrologen wiesen erneut darauf hin, dass das Wasser nicht schnell abfließen und das hohe Niveau die kommenden Tage halten wird (…)“ [n24.de, 6. Juni, 12:32]

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(Leubener Straße, 6. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Leubener Straße, 6. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Österreicher Straße, 6. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Rudolf-Zwintscher-Straße, 6. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Österreicher Straße, 6. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)
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(Parkplatz Leubener Straße, 6. Juni, Nachmittag – Foto: O.M.)

*  Mittags am 8. Juni 2013 *

Wie bei Aktuelle Meldungen aus dem Rathaus angegeben und vorort ersichtlich, ist in Dresden die Leubener Straße, jedenfalls bis Kärtner Weg, bereits seit geraumer Zeit nunmehr auch für den privaten Fahrzeugverkehr wie gehabt durchgängig passierbar – Laubegast also wieder mit dem ’Festland’ verbunden 🙂

[Dieser Beitrag wurde – zuerst ohne Updates – am 5. Juni 2013 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]

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