Archiv der Kategorie: PoliticalScene

MedienScreen # 300 [Der dunkelgrüne Schatten von Lützerath]

[Fundstück] “Die Glaubwürdigkeit der Grünen“, Felix Hackenbruch, Kommentar, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 12. Januar 2023 –

(…) Den Klimaaktivisten ist es gelungen, ihren Protest um ein Stück unbesiedeltes Land bis in die Mitte der Gesellschaft zu tragen (…)

Die Grünen dagegen müssen um ihre Glaubwürdigkeit bangen. Vor gut einem Jahr haben sie noch in Lützerath gegen die Abbaggerung demonstriert, mit dem Wechsel in die Regierungen im Bund und in Düsseldorf haben sie dem Vorhaben von RWE politisch zugestimmt, um dafür einen vorgezogenen Ausstieg aus der Kohleförderung im Westen um acht Jahre zu bekommen. Doch mit dem Deal sind selbst die eigenen Parteimitglieder unzufrieden (…)

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Notabene – Der Zitator [OM] ist, als damals amtierender Stadtrat in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sowie Regionalbüroleiter einer Bundestagsabgeordneten, – einen Tag nach dem Bielefelder ’Kriegsparteitag’ 1999 – einst aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten.

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MedienScreen # 298 [Überlebtes BündnisOlivGrün?]

[Fundstück] Tim Wolff, “Wer waren die Grünen?“, konkret, 12/2022 –

Deutsche wissen, was man mit Geschichte machen muss: bewältigen. Man muss Geschichte so lange bearbeiten (…), bis sie bestätigt, dass das, was ist, gut ist.

Das wissen auch die Grünen, jene FDP fürs Greenwashing-Bürgertum, die gerade ihre zweite Zeit als Regierungspartei nutzt, um die letzten paar Ideale (oder “Gründungsmythen“) zu verraten, die die erste Regierungszeit an der Seite des ehemaligen “Genossen der Bosse“ und heutigen Kriegsclowns Gerhard Schröder übrig gelassen hat (…) Ist doch alles gut so, wie es ist (…)

Die Grünen sind geschehen. Und es gibt sie immer noch (…)

Körperlich-authentisch sich für die Sorgen der Menschen auf der ganzen Welt ehrlich zu interessieren, das ist die Esoterik, mit der die Grünen in die Mitte der Gesellschaft kamen. Und wenn man der Graphic Novel folgt, ist selbst der so stilprägende (und jüngst beendete) Kampf gegen die Atomkraft auf dem Ressentiment gegen Wissenschaft gegründet, das die Grünen auch zur Partei der Homöopathie macht (…)

Die Grünen, das war zu Beginn ein Sammelbecken für des Schmutzes und der Härte der Zivilisation Überdrüssiger, für die Gescheiterten der 68er-Rebellion, für enttäuschte K-Gruppen-Hengste, übereifrige sexuelle Befreier und sonstige jugendliche Revoluzzer und Revoluzzerinnen, die etwas benötigten, um an die Stellen der Gesellschaft zu gelangen, an denen sich das falsche Leben doch noch gut leben lässt. Ein Aussteigerprogramm für alle mit irgendwie linken Jugendsünden also, mit späterem Anschluss bis in die Aufsichtsräte von Autobauern, Waffenlieferanten und Kohle- und Kernkraftfirmen. Kein einfaches Unterfangen, das alles unter einen Hut zu bringen, also einigte sich der betont bunte Haufen im wesentlichen darauf, den deutschen Wald retten zu wollen und so oft “Frieden“ zu sagen, dass es sogar evangelischen Jugendpfarrern peinlich gewesen wäre. Das ging nicht lange gut (…)

Die Startbahn für die üblichen Politmacker war freigegeben, die das grüne Unternehmen zu dem machen konnten, was es werden musste, um in der Mitte der deutschen Gesellschaft zu bleiben: eine schamlos neoliberale Partei mit einem höchst flexiblen Markenkern, der problemlos erlaubt, dass man von der Parteiarbeit direkt zu RWE wechseln kann (…)

(…) Es ist halt so, wie es ist. Und gut so.

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Notabene – Der Zitator [OM] ist, als damals amtierender Stadtrat in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sowie Regionalbüroleiter einer Bundestagsabgeordneten, – einen Tag nach dem Bielefelder ’Kriegsparteitag’ 1999 – einst aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten.

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Sapperlottchen – FIFA World Cup 2022

Schauen wir doch einmal, so kurz vor dem (sic?) Ereignis.

Nicht vollständig blickend natürlich, dürftig vielleicht. Unnütz, wie so einiges in der fifafußballerisch wüsten Wüsten-Zeit? Oder spinnen eventuell – à la Obelix – doch nicht nur die Römer? Zürich soll ja auch so einiges haben, wird gemunkelt. Und nicht nur Zürich, so nimmt die Munkelei kein Ende, hier und da. Beileibe nicht nur Obelix ist zielsicher, was Spinnereien angeht.

Aber, wie gesagt, schauen wir einfach mal – subjektiv leicht gerührt und geschüttelt …

(Twitter, 12. November 2022, 8:34)

 

(Twitter, 13. November 2022, 10:27)

 

Schaut ruhig hin …

… aber auch im vorweihnachtlich temperierten Sandkasten zuhause sei nach wie vor niemals vergessen –

“Erst wenn der letzte Abstoß geschlagen, die letzte Flanke weggefangen und der letzte Strafstoß vergeben ist, werdet ihr merken, dass Autofähnchen keine Tore schießen.“

Remember? (PPQ, Juni 2010)

No further words about the FIFA World Cup 2022.

(Screenshots Twitter: O.M.)

Ach, Frau Hermenau …

… war unterdessen, seit einstens, nicht bereits alles gesagt?

(’… das neue Leben der Antje Hermenau’. Interview. Dresdner Morgenpost am Sonntag, 27. September 2015 – Faksimile: O.M.)

Yess – The Times They Are a-Changin’. Oder ’nur’ die Menschen?

Anderweitig tagelöhnernd von weit außerhalb solcher Derartigkeiten sollte allerdings ein aktuell klitzekleiner Rückblick auf Hart aber Fair (Das Erste, ARD) vom 24. Oktober dieses Jahres durchaus erlaubt sein, also lediglich reflektierend, holzschnittartig  –

(Screenshots Twitter: O.M.)

Post Scriptum von MeyView.com: Und falls du das lesen solltest, Lichdi, Grüße & ein ganz leises Venceremos! … hinterher noch, irgendwie.

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MedienScreen # 296 [OliveGreen does not wilt any further?]

[Fundstück] “Was bleibt von den Grünen übrig?“, Peter Heimann, Kommentar, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 17. Oktober 2022 –

(…) Nach ihrem Bonner Parteitag ist klar, der Sonnenblume werden zwar wichtigste Wurzeln gestutzt (…) – aber alles ohne viel Tamtam und teils sogar gepriesen.

Nun ist es ja nicht dumm, eigene politische Träume an der rauen Wirklichkeit zu messen (…) Aber die Vehemenz, mit der sich grüne Ex-Zivis zu Waffenexperten qualifizieren, erstaunt ebenso wie manche Argumente für die grünen Zeitenwenden (…)

(…) Das zeugt von einer gewissen Beliebigkeit, je nach Perspektive Pragmatismus oder eben Opportunismus (…)

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Notabene – Der Zitator [OM] ist, als damals amtierender Stadtrat in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sowie Regionalbüroleiter einer Bundestagsabgeordneten, – einen Tag nach dem Bielefelder ’Kriegsparteitag’ 1999 – einst aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten.

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