MedienScreen # 197 [Football – The red line crossed]

[Fundstück] Christian Bartlau, “Es reicht endgültig, moderner Fußball“, n-tv.de, 12. September 2018 –

(…) Fußball war vielleicht nie mein Leben, aber mein Leben war nie ohne Fußball. Eine Geschichte unter Millionen in Deutschland. Und wie Millionen andere auch ist es mittlerweile die Geschichte einer Entfremdung (…)

Ein Arschloch war der Fußball von Anbeginn an, auf dem Platz. Als Schule des Lebens, im Sinne von Albert Camus: “Alles, was ich über Moral und Pflicht weiß, verdanke ich dem Fußball.“ Zuerst kommt nun einmal der Erfolg und dann die Moral (…) Wer vom modernen Fußball reden will, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.

Fußball ist ein Arschloch, ja. Das eigentliche Problem ist nur: Er gehört jetzt auch den Arschlöchern. Den Investoren, den Despoten, den Stakeholdern und ihren Erfüllungsgehilfen in Anzügen bei der Fifa, bei der Uefa, in den Vorstandsetagen der ausgelagerten Kapitalgesellschaften. Leuten, denen ihre Interessen wichtiger sind als das Spiel und die, die es lieben. Sie haben den Fußball an sich gerissen, privatisiert, zu einem Konsumgut gemacht (…)

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Knockout forever …

Aus gegebenem Anlass.

Rocchigiani kämpfte immer gegen den Anschein, er sei am Rande der Gesellschaft zu Hause und er formulierte eigenwillige Ansprüche ans irdische Leben: “Wat braucht der Mensch außer Glotze gucken? ’n bisschen bumsen, ’n bisschen Anerkennung.“ [Zitat aus Nachruf, DER SPIEGEL, 6. Oktober 2018]

Graciano ’Rocky’ Rocchigiani (29. Dezember 1963 – 1. Oktober 2018)

R.I.P.

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