Schlagwort-Archive: Fußball

MedienScreen # 243 [VAR. Läuft?]

[Fundstück] “So wird das nichts mit mehr Gerechtigkeit“, Sven Geisler, Kommentar, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 10. Februar 2020 –

(…) Die Idee war gut, doch sie scheitert an der Umsetzung. Durch den Videobeweis sollte es gerechter zugehen im Fußball, keine klaren Fehlentscheidungen mehr geben. Doch grau ist alle Theorie. Die Praxis sieht anders aus (…)

(…) Vielleicht sollte man den Videobeweis wirklich abschaffen, damit Schiedsrichter wieder souveräne Entscheidungen treffen (…)

120minuten.net – Time To Say Goodbye

Die Länge der Texte waren Programm – als so titulierte Longreads, jeweils 120-minütiger Lesestoff, vielleicht. Und allenfalls mehr noch, darüber hinaus. Hintergründig. Die Themenpalette stets breit und breiter gefächert – “Fußball, anders erzählt“.

(120minuten.net – Screenshot: O.M.)

Und aktuell nun der wohl jemals kürzeste Beitrag auf 120minuten.net, quasi ein Abgesang, irgendwie traurig stimmend.

(Screenshot Twitter: O.M.)

Noch ist 120minuten.net nach wie vor direkt online erreichbar. Ob das so bleiben wird – wer weiß? Ansonsten eben bei Archive.org. Go down in history.

Auch MeyView.com war es eine Freude, 120minuten.net gekannt zu haben. See you, wherever.

MedienScreen # 237 [Football Business. On and on?]

[Fundstück] Rui Pinto, interviewt in DER SPIEGEL, 21. Dezember 2019 –

(…) Es ist seit Jahren immer die gleiche Scheiße. Es geht einfach weiter. Solange die Lieblingsmannschaft gewinnt, ist den Leuten alles andere egal – selbst wenn sie von Fehlverhalten und Verbrechen wissen. Dagegen komme ich nicht an. Fußball ist unantastbar. Und die Behörden schützen die Branche, weil sie von so großem öffentlichen Interesse ist (…)

(…) Es stimmt, dass ich das Gesicht des Projekts [Football Leaks] war. Aber wir werden sehen, was in der nahen Zukunft geschieht (…)

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(Foto: Wanderers Bremen Online, März 2019)

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MedienScreen # 232 [The modern football is at the end. Anyway?]

[Fundstück] Klaus Hansen, “Abnehmende Begeisterung“, konkret, 9/2019 –

(…) Der Berufsfußball entfremdet sich gleich in mehrfacher Weise von den Massen, auf deren gute Stimmung im Stadion er aber angewiesen ist, denn die gehört zum teuer verkauften Fernsehbild unbedingt dazu. Dass die Stadiongänger für ihre Dienstleistung als Stimmungskomparsen auch noch Eintritt zahlen müssen, ist ein Hohn. Klar, dass immer mehr Fans sich wie nützliche Idioten fühlen (…)

(…) Der Fußball wird so lange zerredet, bis alles, was sich vermeintlich sagen lässt, auch alle gesagt haben, und das mehrfach (…)

(…) Obwohl Max Liebermann, der Malerfürst, den Spruch “Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“ in ganz anderem Zusammenhang gesagt hat, geht es mir im Hinblick auf den modernen Berufsfußball ähnlich.

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MedienScreen # 224 [Östlich eisernes Ost-Berlin?]

[Fundstück] Christoph Dach, “Das Ossi-Gehabe der Unioner nervt – Der kleine Ostklub gegen das Establishment: Wie toll, wie romantisch! Doch wer fällt auf diese Inszenierung noch herein? Eine Abrechnung“, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 16. August 2019 –

(…) Nach dem Aufstieg der Köpenicker in die Bundesliga konnte man überall lesen, welch außergewöhnlicher Verein da neuerdings ganz oben mitmischen darf. Was für eine Sensation das sei, wie romantisch in Zeiten des durchkommerzialisierten Fußballs! Ich habe genug von dieser Verklärung, der Selbstinszenierung, packt die Klischeekeulen wieder ein! Es nervt gewaltig, und zwar seit Jahren! (…)

Wir, die benachteiligten, abgehängten Ossis, gegen die reichen, privilegierten Wessis: Wer fällt noch auf solchen Blödsinn rein? (…)

(…) eine kleine Erinnerungshilfe: Der 1. FC Union trägt das Logo eines luxemburgischen Immobilienunternehmens auf der Brust, dessen zweitgrößter Aktionär ein umstrittener Vermögensverwalter ist (…)

Wie lautet noch Nina Hagens Textstelle in der offiziellen Vereinshymne? “Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen? Eisern Union!“ Passender wäre ein leicht abgewandelter Songtitel Udo Lindenbergs: Märchen aus Ost-Berlin.