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Dresden – “Wir sollten feiern“ …

… “Wenn wir nicht feiern, dann bekommen die Hetzer und Angstmacher noch mehr Zuspruch“, wird Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vor den anstehenden Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am kommenden Wochenende medienseitig zitiert. Von der frühnachmittäglichen Pressekonferenz am 27. September zu den nächtlich explodierten Sprengsätzen in der sächsischen Landeshauptstadt. “Beide Anschläge ereigneten sich am Jahrestag des Terrorangriffs auf das Münchener Oktoberfest 1980, und das zudem zu einer ähnlichen Tageszeit“ (Telepolis).

“(…) Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat die Ermittlungen zu den Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und das Kongresszentrum übernommen. Es wurde ein Verfahren gegen Unbekannt ’wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion’ eingeleitet, wie die Behörde (…) mitteilte. Da der Verdacht einer politisch motivierten Straftat derzeit nicht ausgeschlossen werden könne, untersucht das Sonderdezernat ’Politisch motivierte Kriminalität’ die beiden Fälle. Für weitere Angaben zu den Ermittlungen sei es zu früh, sagte ein Sprecher (…) [Radio Dresden, 16:30 Uhr].

twitter_27_09_16_1040Derweil einige sich nicht verwundert zeigen. Es wissen. Es? Besser wissen? Oder feiern. Sich? Für jeden ist etwas dabei. Fast. Verschwörungstheoretisch. Politisch. Einseitig? Whatever – zur eigenen Wertung. Aus rund einer virtuellen Erdenstunde. Ein subjektives Exzerpt …

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(Screenshots Twitter: O.M.)

Hansa Rostock wird brennen bei Dynamo Dresden …

… um im fußballerischen Spiel auf dem Rasen den sportlichen Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse zu halten und damit gleichzeitig auch einen ansonsten durchaus drohenden finanziellen Knockout des hanseatischen Vereins abzuwenden.

Die eigentliche sportliche Bedeutung der Begegnung im Rudolf-Harbig-Stadion zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC Hansa Rostock beiseite sowie die sich nunmehr abzeichnende Entspannung der Fanproblematik außer Acht lassend, schlagen medienseitig die Wellen allerdings nach wie vor hoch, zumindest hier und da titelseitig.

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(Dresdner Morgenpost, 19. Mai 2015)

Wobei die mehr oder weniger geneigte Leserschaft dann im entsprechenden Artikel kaum etwas anderes dargestellt bekommt als das, was bereits vor Drucklegung bekanntes Allgemeinwissen war –

(…) aufgrund der sportlichen Entwicklung und der entstandenen Brisanz der Partie, haben sich alle Beteiligten erneut zusammengesetzt und folgendes beschlossen: Dynamo erhöht das Kartenkontingent von 1600 auf 1700 und schickt statt Vouchers richtige Eintrittstickets nach Rostock. Diese aktuelle Entwicklung verkündete Dynamo-Geschäftsführer Robert Schäfer (39) am Montag [18. Mai] bei “1953 – Der Dresdner Fußball-Talk” im Schillergarten (…)” [Dresdner Morgenpost, 19. Mai]

Berichterstattung ist eines. Titelseiten etwas anderes?

Die Sächsische Zeitung wiederum stellt die aktuelle Lage rund um das Drittliga-Spiel am 23. Mai gegenwärtig so dar –

(…) es gibt Signale, dass die Hansa-Fans vor dem Spiel bei Dynamo am Pfingstsonnabend nicht durch Dresden marschieren. Auf der Sicherheitsberatung gestern [18. Mai] wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der “die Situation befriedet und deeskaliert”, wie Dynamos Geschäftsführer Robert Schäfer hofft.

(…) Zutritt zum Gäste-Bereich des Stadions soll jedoch nur erhalten, wer einen vorgeschriebenen Parkplatz am Stadtrand nutzt und mit einem Shuttle-Bus ins Stadion fährt (…)

Schäfer wertet die neuen Signale aus Rostock positiv. In einem Brief an die Teilnehmer der Sicherheitsberatung hatten die Hansa-Fans angekündigt, auf den geplanten Protestmarsch zu verzichten und stattdessen ihre Mannschaft im Stadion zu unterstützen, wenn es eine Lösung gibt (…)

Die Dresdner Stadtverwaltung bestätigte auf Nachfrage der SZ, dass für Sonnabend von 10.30 bis 13.30 Uhr eine Demonstration angemeldet wurde, die vom Postplatz durch die Innenstadt gehen soll. Nach dem Kompromiss rechnet man jedoch damit, dass sie zurückgezogen – und damit auch der von Dynamo-Fans angekündigte Widerstand hinfällig wird (…) [Sächsische Zeitung, 19. Mai]

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(Schnappschuss: Dresden, Münchner Platz)

Eben jene Sächsische Zeitung zitierte übrigens vor wenigen Tagen noch die Fangemeinschaft Dynamo: “Wenn sich die Modalitäten zur Kartenvergabe nicht schleunigst ändern, wird am 23. Mai in Dresden sicherlich vieles abgebrannt – nur kein Fußballfest.”

(…) Insgesamt sind die empfohlenen Anreisemodalitäten und die Kartensituation weiterhin als eine absolute Frechheit anzusehen, nur aufgrund der existenziellen Bedrohung unseres FC Hansa sehen wir keine Alternative.

Die Fanszene Rostock e.V. wird unter den gegebenen Umständen die Demonstration nicht durchführen (…) [fanszene-rostock.de, 18. Mai]

Wird nun alles anders? Besser? Gut? Für wen?

Nachtrag: Radio Dresden twitterte am 19. Mai, 16:36 Uhr – Aktuell: Die Demonstration der Fanszene Rostock in Dresden am Samstag ist eben offiziell beim Ordnungsamt abgemeldet worden.

[Dieser Artikel wurde am 19. Mai 2015 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]