Sylt (2014) –

[Fundstück] Dirk Neubauer, Amtierender Bürgermeister von Augustusburg, zitiert in Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 8. Dezember 2020 –
Ihr schließt Euch heimlich zu zehnt in euren Garagen ein, um gemeinsam im Qualm auf den Widerstand anzustoßen? Meckert dort, dass eure Kneipenfreunde ’vom Staat’ kaputt gemacht werden. Und denkt, weil ihr um die Ecke parkt, merkt es keiner? Labert gegen Impfstoffe, mutiert zu Virologen und stellt alle ins geistige Abseits, die versuchen, dem Drama schnellstmöglich ein Ende zu setzen. Ihr bezeichnet die Maske als Maulkorb und verstopft zugleich die Netzwerke mit Verschwörungsunsinn, Anschuldigungen und Widerstandsgelaber … Versucht es mal mit Verantwortung. Dieses Land braucht keinen Hass, keine Verschwörungstheorien und vor allem keine vermeintlichen Querdenker, die schon am einfachsten scheitern, was Menschsein bedeutet: an Rücksichtnahme.
[Fundstück] Katja Ebstein, interviewt in Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 5. Dezember 2020 –
(…) Wir werden an der Dummheit und Uninformiertheit der Vielen kaputtgehen. Als junger Mensch habe ich gedacht: Die dumme Masse gibt es nicht, in allen Bereichen wächst Intelligenz nach, egal wie milieugeschädigt man ist. Mit den Jahren habe ich begriffen, dass es einen diffusen großen Teil der Bevölkerung gibt, der mit seiner Basisbeschaffung so ausgelastet ist, dass er für gesellschaftliche Mitverantwortung keine Geisteskraft mehr aufbringen kann. Das geht nur noch bis zum eigenen Tellerrand, und das ist erschreckend (…)
… und Karl Stülpner wäre, vielleicht, einfach nur traurig. Still bekümmert, gegenwärtig in ’seinem’ Erzgebirge. “… unendliche Weiten … unheimliche Zeiten …“ (à la Quetschenpaua) – ehedem. Erst seit vorgestern? Und heute? Übermorgen? Rezent jetzo –


Ach, Stülpner Karl, ruhe ruhig weiter im Großolbersdorfer Grab, unbehelligt. Und wundere dich nicht …?
Beati pauperes spiritu (Matthäus; Kapitel 5, Vers 3).