HFC Chemie drittklassig – Es hat geholfen und gereicht

Der Satz ist einige Male gefallen. “Jungs, die hauen wir weg“, hat Maik Wagefeld immer wieder gerufen. Eine Anfeuerung für seine Mitspieler am Freitag im Abschlusstraining zum Abschlussspiel, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete.

Die Konstellationen vor dem abschließenden Spieltag in der Regionalliga Nord waren klar, der Worte eigentlich genug gewechselt, nun sollten Taten auf dem Rasen sprechen. Nichtsdestotrotz postulierte politplatschquatsch.com in Folge XV der eigenen Serie “Vor dem Aufstieg“ noch den durchaus emotionalen Video-Clip “Letzte Worte in der Kabine“ –

Noch “90 Spielminuten bis zum Aufstieg“, meldete kurz vor dem Anstoß der Live-Ticker des Halleschen FC aus dem mit 14.003 Zuschauern offiziell ausverkauften Erdgas Sportpark. Und es hat geholfen und gereicht. Nicht zuletzt, weil die Amateure des VfL Wolfsburg gegen KSV Holstein Kiel letztendlich mit 4:1 erfolgreich waren. Nach den letzten 90 Spielminuten bis zum Aufstieg stand es zwischen dem Halleschen FC und RasenBallsport Leipzig 0:0 – der Rest war nur noch Jubel und Freude auf Hallenser Seite über den Aufstieg.

saalefront.de
(Foto: saalefront.de)

Glückwunsch HFC! – Willkommen in der 3. Liga! Und Danke politplatschquatsch.com

[Dieser Artikel wurde am 19. Mai 2012 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]

adidas: Mit Marathon 88 zum Endsieg?

Zugegeben – das “Endsieg“ in der Headline hätte nicht unbedingt sein müssen. Es liest sich aber schön aufmerksamkeitsheischend und noch dazu ein wenig provokativ.

Zugegeben – natürlich gibt es durchaus nachvollziehbare Erklärungen, warum dieser Sneaker aus dem Hause adidas genau so heißt, wie er nun einmal heißt. Schließlich kam der adidas Marathon 88 “Ende der 80er Jahre auf den Markt“, besser gesagt ist er “ein klassischer Runner aus dem Jahre 1988“ (afew-store.com). Noch dazu verleihe der adidas Originals Marathon 88 “den kultigen Laufschuhen aus den 80ern einen ganz neuen Look, der sich genauso gut anfühlt wie er aussieht“ (adidas.de).

Und vermutlich hat es sich eine Produktnamen-Arbeitsgruppe nicht gerade leicht gemacht, für das gerade erst “in den letzten Tagen [als] einen weiteren Klassiker wiederbelebte“ (afew-store.com) Schuhwerk letztendlich dann auch ein kurz wie sogleich kompakt einprägsames Naming zu finden. Chapeau? Chapeau!

Zugegeben – die 88 ist auf dem Fußbekleidungsteil (“Keine Angst – trotz des Namens muss man mit MARATHON von Adidas Originals keine 42 km am Stück laufen, um cool auszusehen!“, zalando.de) nicht dargestellt. Der Sneaker wird nur so geheißen, einfach so eben. Manche Menschen mögen Schuhe, manche sogar sehr – und manchmal ist es dabei egal, welches Naming damit laufend spazieren getragen wird.

Zugegeben – die 88 als solche ist ja auf dem 88’er von adidas nicht zu sehen. Da hat wohl die Produktnamen-Arbeitsgruppe noch einmal Glück gehabt – oder eher die Designerinnen und Designer? An manchen bundesrepublikanischen Stadioneingängen hätte es ansonsten vielleicht durchaus zu Einlasskomplikationen mit so fußbewehrtem Fanvolk kommen können. Das war knapp, adidas – oder lediglich ein glücklicher Zufall?

Zugegeben – es ist nur ein Schuh von adidas. Zugegeben – diese Fußbekleidung mag sein, wie sie ist. Punkt. Aber, zugegeben – manchmal stutzt der Mensch schon zuweilen.

Und mit 88’er-Schuhwerk von adidas – mithin offizieller Ausstatter auch der bundesdeutschen Fußball-Nationalmannschaft – dann auf zur UEFA EURO 2012 nach Polen und in die Ukraine … Psssst … Nein, so war das nicht gemeint.

[Dieser Artikel wurde am 18. Mai 2012 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]

MedienScreen # 21 [Dynamo Dresden, Borussia Dortmund, So oder so – DFB?]

[Fundstück] “Wird Dortmund wie Dynamo bestraft?“, Dresdner Morgenpost, 16. Mai 2012 –

(…) Gleiches Recht für alle: Droht dem frischgebackenen Pokalsieger Borussia Dortmund jetzt auch der Ausschluss aus dem Wettbewerb oder ein Geisterspiel so wie Dynamo?

Es geschah beim DFB-Pokal-Finale kurz nach 21 Uhr im Berliner Olympia-Stadion: Als die Spieler von Bayern München und Dortmund zur zweiten Halbzeit auf den Rasen kamen, brannten im BVB-Block über 30 Bengalos. Eine dicke Rauchwolke zog durchs Stadion. Nach dem Spiel gab’s Ausschreitungen von Dortmund-Fans (…)

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(Dresdner Lichter, Dortmund, 25. Oktober 2011 – Foto: dehli-news.de)

Die Geschehnisse (…) erinnerten leider exakt an die 2. DFB-Pokal-Runde in Dortmund (…) Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sagte damals: “Ich hoffe, dass das angemessen geahndet wird.“ (…)

(…) Allerdings war der deutschlandweite Aufschrei damals größer (…) Für Tage bestimmte Dynamo die Negativschlagzeilen. Und jetzt: Die Dortmunder Chaoten sind gerade mal eine Randnotiz in der heilen Welt des Doublesiegers wert. Von den Bengalos im Bayern-Block ist gar keine Rede (…)

[Dieser Beitrag wurde am 16. Mai 2012 bei Ostfussball.com publiziert.]

MedienScreen # 20 [Argusaugen des DFB?]

[Fundstück] ’Meine Meinung’ von Nordfried Hönig, “Sind auch vorm DFB alle gleich?“, Dresdner Morgenpost, 7. Mai 2012 –

(…) Die Bundesliga-Saison ist seit gestern Geschichte und um die schönste Nebensache der Welt, den Fußball, wird es für kurze Zeit ruhiger.

Was haben wir erlebt? Spiele mit großer Leidenschaft und voller Spannung (…)

Und die echten, leider auch die falschen Fans haben wieder Fußball-Geschichte geschrieben. Dynamo Dresden wurde wegen schwerer Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund zur Kasse gebeten. Der DFB griff ungewohnt hart durch (…)

Dafür gab es beim Abstiegskracher des 1. FC Köln wieder Bilder, die irgendwie an das unrühmliche Dynamospiel erinnerten: Tribünen voller Rauch, Polizei auf dem Rasen und Spieler, die aus Angst um ihre Gesundheit vor sogenannten in die Kabine flüchteten.

Ich bin gespannt, wie der DFB reagieren wird. Ob ein reicher Klub mit Nationalspielern und Fußballverbands-Lobby genauso hart bestraft werden wird wie Dynamo? Muss wohl! Es geht hier um Glaubwürdigkeit des Verbandes, um gewaltfreien Sport und die schönste Nebensache der Welt (…)

[Dieser Beitrag wurde am 7. Mai 2012 bei Ostfussball.com publiziert.]

FC Hansa Rostock: Rettungsschirmchen in Sicht?

Genau so stetig wie die Ostsee tagein und tagaus an den Strand plätschert, versiegen die aktuellen Insolvenz-Schlagzeilen um den FC Hansa Rostock nicht – im Gegenteil.

Der Finanzausschuss der Stadt Rostock lehnte am 24. April mit deutlicher Mehrheit einen fiskalischen ’Rettungsschirm’ für Hansa ab. Gleichfalls will auch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern dem hochverschuldeten Fußballclub zumindest nicht direkt unter die Arme greifen. Ein verordneter Zwangsabstieg in die Regionalliga wäre die unausweichliche Folge, schlimmstenfalls sogar in die Oberliga. Nach Darstellung des SID habe der Verein insgesamt Verbindlichkeiten von knapp 16 Millionen Euro. Zwischenzeitlich initiierten Rostocker Fans verschiedene Aktionen, um ihrem Club direkt und auch symbolisch beizustehen (FC Hansa Rostock: Abstieg? Insolvenz? Wie weiter?).

Unterdessen resümierte eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Hansas Sanierungskonzept begutachtet hat, dass zu einer dauerhaften Rettung des FC Hansa Rostock der Verkauf des eigenen Stadions grundlegend wäre. Der Prüfbericht, aus dem die Ostseezeitung zitiert, geht davon aus, dass der Traditionsverein von der Ostseeküste seine derzeitige Liquidität mit Krediten in Höhe von 2,6 Millionen Euro sichert. “Die Schulden des Vereins bezifferten die Experten auf 8,5 Millionen Euro“ (ndr.de).

Zunächst allerdings müsste aber die Stadt Rostock dem Hilfspaket für Hansa zustimmen, denn nur dann wäre ein Schuldenschnitt möglich. “Das von der Stadt zu stemmende Paket beinhaltet außer dem Teilerlass der 680.000 Euro Steuerschulden den Ankauf eines in Hansa-Besitz befindlichen Sportgeländes im Wert von 530.000 Euro und 750.000 Euro Zuschuss“ (DPA).

Offener Brief der Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG an die Rostocker Bürgerschaft

Sehr geehrte Damen und Herren der Rostocker Bürgerschaft,

die Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG haben mit Enttäuschung zur Kenntnis genommen, dass der Finanzausschuss der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock das Maßnahmenpaket zum Fortbestand des Vereines leider abgelehnt hat.

Hiermit möchten die Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock herzlich darum bitten, das Sanierungskonzept zu unterstützen und sich persönlich für die Finanzierungshilfe einzusetzen.

Lassen Sie uns nicht fallen und unterstützen Sie uns in dieser Notsituation. Der F.C. Hansa Rostock e.V. ist mit seiner 47jährigen Clubgeschichte ein wichtiger Imageträger der Stadt und der Region und eine DER Marken unseres Landes Mecklenburg-Vorpommern. Hansa ist auch ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Hansestadt Rostock und engagiert sich zudem auch im sozialen Bereich sehr stark (…)

Es geht darum, den Fußballstandort Rostock zu erhalten. Kein Veranstaltungsort oder Verein im Land zieht so viele Menschen aus unserer Region und darüber hinaus an, die sich mit einem überregionalen Aushängeschild identifizieren. Nicht zuletzt geht es auch um direkte, wie indirekte Arbeitsplätze.

Wir sind der festen Überzeugung, dass der F.C. Hansa Rostock e.V. mit Ihrer Unterstützung und auch der Unterstützung unserer Mitglieder, Fans und Sponsoren auf dem richtigen Weg ist, den Verein zu sanieren.

Wir bitten Sie, diesen Brief an möglichst viele Empfänger weiterzuleiten und in den Fraktionen zu verteilen. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Die Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG

Derweil soll die eigentlich bislang für den 9. Mai geplante Abstimmung der Bürgerschaft Rostock für eine allein thematische Sondersitzung um eine Woche verschoben werden. Unterstellt angestrebte Planungssicherheit für einen sich in sehr schwerem Fahrwasser befindlichen Fußballverein kann auch anders aussehen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

[Dieser Artikel wurde am 5. Mai 2012 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]

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