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Es war auf Madeira …

… einst, an einem sonnigen Urlaubstag – ein Sonnabend fast am Ende des Monats Juli anno 2011 -, als das urlaubsmäßig leicht abseits liegende Handy abrupt quasi dauerzuvibrieren begann.

Fast zeitgleich war dann auch Gert ’Zimmi’ Zimmermann zu vernehmen in der plötzlich irgendwie nahen Ferne. Aus Gründen, damals –

[DynamoTV, YouTube.com, 3. August 2021]

The Times They Are a-Changin’ …?

(Vergänglich? Madeira, Juli 2011 – Foto: O.M.)

MedienScreen # 273 [Happy Springtime (War Is Over?)]

[Fundstück] Alexander Osang, “Showdown“, DER SPIEGEL, 27. März 2021 –

(…) stieg ich auf den Mont Klamott, einen Trümmerberg in der Mitte Berlins. Auf der Spitze saßen Leute auf den besprayten Bunkerresten und sahen Richtung Westen, wo die Sonne über einer Skyline unterging, vor der amerikanische Kalter-Krieg-Filme gedreht werden könnten. Sie tranken Wegebiere, rauchten, in ihren Augen leuchtete das Abendrot. Es roch nach Weed. In meinem Kopf sang die unsterbliche Tamara Danz: “Auf dem Dach von Berlin, sind die Wiesen so grün.“ Es wurde Frühling, dachte ich. Der Krieg war vorbei (…)

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[Mont Klamott, Silly (1983) @ YouTube.com]

MedienScreen # 267 [Arzgebirg, wie bist du schie …]

[Fundstück] “abgefakt: Das Erzgebirge“, re:marx, 13. Januar 2021 –

Aktuell gilt das Erzgebirge als eine Art sächsischer Sündenbock, mal wieder. Und zwar mal wieder vollkommen zurecht – denn irgendwas ist immer im Erzgebirge, meistens sind es aber Nazis, aktuell ist es die bockige Bevölkerung, die die Nazis wählt. Das Erzgebirge ist der Boomer unter den Gebirgen (…)

(…) Das Erzgebirge ist einfach nur eine Ansammlung von erbärmlichen Erhebungen, die es nie geschafft haben, richtige Berge zu werden.

Wenn man diese Erkenntnis erstmal sacken lässt: macht plötzlich alles viel mehr Sinn: Die Einwohner, die nie ein echtes Bergvolk sein durften, und sich deshalb umso verzweifelter an ihre Traditionen klammern. Die nie die krasse geografische Abgeschiedenheit des Karakorums erleben konnten und sich zum Ausgleich für ein Leben in gesellschaftlicher Abgeschiedenheit entschieden haben. Die sächsischen Alpen, die nicht hatten sein sollen, sich aber trotzdem “Gebirge“ nennen, obwohl sie nicht mal eine richtige Baumgrenze haben. Die Hügel, die lieblich in der Landschaft liegen, aber dabei nie so spektakulär aussehen, dass sich Milliarden japanischer Touristen mit Selfie-Sticks durch Seiffen schieben. Natürlich kommen auch Touristen ins Erzgebirge, aber das sind meistens gesetzte Best-Age-Packer mit beigen Jansport-Rucksäcken, westfälische Weihnachtsmarkthopper oder NPD-Kader auf Dienstreise. Die Wahrheit ist: Das Erzgebirge ist ein natural born Low-Performer-Gebirge mit daraus resultierender Minderwertigkeits-Mentalität, und alles, was dort so passiert, ist nur die traurige Konsequenz (…)

(…) Und überhaupt: Mordor hat den Schicksalsberg, das Erzgebirge hat den Fichtelberg.

Das ist: Das Erzgebirge ist eine derartige Traditions-Trutzburg, dass Horsts Heimatministerium hier glatt eine Zweigstelle eröffnen könnte, ein Steuerparadies für Traditionen. Dafür wurde die Region 2019 mit dem Weltkulturerbe-Titel prämiert, und jetzt kann dort alles für immer so bleiben, wie es war. Gleichzeitig ist das Erzgebirge auch ein Industrie- und Innovationsstandort, es gibt Forschung in Freiberg und Design in Schneeberg, aber am Ende bleibt irgendwie immer der Eindruck einer gewissen Weltabgewandtheit, der sich in den letzten Corona-Wochen leider ziemlich hart verfestigt hat, aber nicht sonderlich überraschend ist: Die logische Konsequenz aus der ewigen Traditionstümelei und Heimathuldigung ist, dass das Erzgebirge nicht nur ein Schutzgebiet für Landschaft und Natur, sondern auch eines für Deutschtum im allerschlechtesten Sinne ist (…) schlimmer geht es nimmer.

(…) Neben der Sächsischen Schweiz ist das “Gebirsch“ der gefühlt einzige Ort, an dem die NPD noch existiert. Wobei sie hier viel mehr als nur “noch existiert“, (…) sie wird von der Bevölkerung gewählt, sie hat das Sagen auf den Straßen. Man kann sich stundenlang durch ausführliche Auflistungen rechtsextremer Vorfälle scrollen, sollte dabei aber mindestens einen Kotzeimer in unmittelbarer Nähe stehen haben. Nazi-Schwibbbögen, Reichskriegsfenster, Hitlergrüße, Hitlerkostüme zu Fasching, Nazi-Mobs vor Bussen mit Geflüchteten, Vereinigungen wie die “Heimattreue Niederdorf“ (…), Fackelmärsche durch Schneeberg, in Wiesen gemähte Hakenkreuze, irgendjemand “wehrt sich“ (…), die Litanei nimmt kein Ende, im Erzgebirge schreibt man Sachsen noch mit einem großen Doppel-S am Anfang (…) Es ist nicht nur in den alten Schächten finster, sondern auch in den Tälern drumrum.

(…) Natürlich ist nicht alles rechts im Erzgebirge, genauso wenig wie in Chemnitz nur glatzige Nazi-Ärsche und ultrarechte CFC-Hools leben. Dafür besticht das Erzgebirge mit seiner pulsierenden Popkultur und unglaublichen Banddichte: Viele mittlerweile vollkommen irrelevante Nullerjahre-UK-“The“-Acts träumen von der unerschütterlichen Coolnes der erzgebirgischen “De“-Bands wie De Randfichten, De Kripplkiefern, de Erbschleicher, De Haamitleit der De Ranzn. Bob Dylan wäre gern wie Anton Günther und das Coachella ist nur eine schlechte Influencer-Kopie der Annaberger Kät.

Wie sich das Erzgebirge selbst sieht: Das Erzgebirge hält sich für das Auenland, ist aber in Wirklichkeit Mordor: Die Flüsse heißen Schwarzwasser, die Menschen arbeiteten in Schächten, der Fichtelberg gilt als sächsischer Mount Doom, böse Zauberer stehen hinter großen Kesseln und kochen Meth und die ganze Wismut-Uran-Geschichte ist auch eher düster. Doch im Zuge einer ausgeprägten Selbstwahrnehmungsstörung nennt sich das Erzgebirge neuerdings “Herzgebirge“, obwohl wir alle wissen, dass “Hetzgebirge“ leider ein bisschen näher an der Wahrheit ist (…)

[Im vollständigen Original @ remarx.eu]

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[“O Arzgebirg, wie bist du schie“ @ YouTube.com]

MedienScreen # 259 [Tagesthemliche Ärzte]

[Fundstück] “Staatspunk: Die Ärzte im Oktoberklub“, politplatschquatsch.com, 25. Oktober 2020 –

Was passt besser in eine Pandemie als Ärzte in der Spätnachrichtensendung, umgeben von aktuellen Zahlen und warnenden Mahnungen zum weiteren Seuchenverlauf? Im neunten Corona-Monat war es soweit: Die Ärzte eröffneten die “Tagesthemen“ … ordentlich ironisch in schwarzen Anzügen und weißen Hemden, dünne schwarze Binder um den Hals und aus ihren spätkapitalistischen Instrumenten die Erkennungsmelodie der Sendung wringend […]

[tagesschau @ YouTube.com, 23. Oktober 2020]

[…] Punk war das nie, weil Punk immer auch mit Wut und Ohnmacht zu tun hatte. Der Pop der Ärzte aber rebellierte nicht mit einem zynischen “God save the queen, the facist regime“, das auf Deutsch übersetzt womöglich “Danke, Merkel!“ lauten würde. Sie waren die braven Partisanen vom Amur, ÖPNV-Rebellen mit Bahnsteigkarte, gut Freund mit dem Establishment […]

[…] Heute formuliert es Hoffnung für Monika Maron, für Uwe Steimle und vielleicht sogar für Xavier Naidoo, die alle noch errettet werden können. Und sei es mit solchem Scherzrock, der Walter Ulbrichts großen Beatmoment zitiert: “Man braucht Liebe und ruhig Blut, denn mit Liebe wird am Ende alles gut (Oh yeah)“ […]

[Mit Dank & Gruß an PPQ und dortselbst im vollständigen Original.]

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MedienScreen # 256 [No Surrender]

[Fundstück] “Zitate zur Zeit …“, politplatschquatsch.com, 24. September 2020 –

Wenn die Demokraten mehr Bruce Springsteen gehört und verstanden hätten, hätten sie die Gefühle dieses Milieus besser begriffen – und Trump wäre uns erspart geblieben (Jan Korte, Die Linke).

[Mit Dank & Gruß an PPQ und dortselbst im Original.]