Schlagwort-Archive: Sächsische Zeitung

MedienScreen # 221 [Nazi History X. Don’t Speak. Part Six.]

[Fundstück] Anja Besand, Professur für Didaktik der politischen Bildung, Technische Universität Dresden, interviewt in Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 20. Juni 2019 –

(…) tatsächlich sind Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf rassistische, geschichtsrevisionistische oder verschwörungstheoretische Äußerungen häufiger Opfer als Täter. Wir haben zunächst auch angenommen, dass es vor allem Schülerinnen und Schüler sind, die solches Gedankengut in die Schulen hineintragen – aber das stimmt nicht. Entsprechende Zwischenfälle werden nicht nur durch Jugendliche, sondern auch durch Lehrkräfte, Eltern oder andere schulnahe Personen wie Hausmeister oder Verwaltungspersonal ausgelöst und bleiben gerade dann häufig unkommentiert (…)

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Steimle – Doktor Stuber kann da wohl auch nicht mehr helfen …

“(…) ’Kraft durch Freunde’ steht in schwarzer Frakturschrift auf dem weißen Untergrund des T-Shirts mit roten Ärmeln zu lesen. ’Kraft durch Freude’ (KdF) hingegen waren ein Werbespruch und gleichzeitig eine Organisation im Dritten Reich (…) Getragen wurde das T-Shirt mit dem abgewandelten Nazi-Werbespruch am Pfingstmontag [2019] vom sächsischen Kabarettisten Uwe Steimle bei einem Besuch des Literaturfestes in Meißen. Hier hat der Künstler bereits seit längerer Zeit engen Kontakt zu dem CDU-Stadtrat Jörg Schlechte (…)“ [Sächsische Zeitung, Print-Ausgabe, 13. Juni 2019].

(’Ina Pompeule’ @ Twitter, 12. Juni 2019, 21:39)

Wohlan denn, Herr Uwe Steimle. Da ist ja nun mittlerweile aus einer quasi kabarettistisch verbrämten Brust (fast?) alles weniger oder mehr anzügliche herauspulsiert – auf (original?) sächsisch gewissermaßen – und sich dabei völlig unschuldig gebend, genossen worden. Chapeau, Kamerad Steimle.

(Twitter, 13. Juni 2019, 13:47)

“(…) Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), konfrontiert mit dem Posting, mag sich nicht so recht festlegen, was er von dem Auftritt seines Mitarbeiters im KdF-Shirt hält (…) Auf die Tagesspiegel-Anfrage wie der Sender den Auftritt im ’Kraft durch Freunde’-Shirt bewertet, erklärte die MDR-Pressestelle: ’Wir bewerten das, was Herr Steimle in unserem Programm tut.’ (…) Steimle sorgt für Quote. Trotz – oder möglicherweise sogar wegen – seiner regelmäßigen rechten Ausfälle (…) Inzwischen hat Steimle keine Berührungsängste mehr mit Rechtspopulisten (…) Steimle selbst verteidigte sein KdF-Shirt in der ’Bild’-Zeitung. Er sagte dem Blatt: ’Ich bin Satiriker! Vermutlich hätte Jan Böhmermann für diesen Spruch einen doppelten Grimme-Preis mit Eichenlaub bekommen.’ Die Debatte um ihn nannte Steimle ’Blödsinn’. Ein langjähriger Freund von ihm, der mit seiner Aussage nicht namentlich zitiert werden will, stellt fest: ’Uwe Steimle entwickelt eine immer größere Nähe zu politischen Kräften der äußersten rechten Seite.’ Der Mann sagt das mit Bedauern. Und Ratlosigkeit.“ [Der Kabarettist Uwe Steimle und seine rechte Mission, Matthias Meisner, Der Tagesspiegel Online, 13. Juni 2019]

(Twitter, 13. Juni 2019, 22:12)

“(…) Uwe Steimle selbst wollte sich nicht äußern. Er gebe derzeit keine Interviews, sagte sein Agent. Zum T-Shirt mit dem offenkundigen Bezug zum Nationalsozialismus erklärte der Chef der Agentur: ’Da steht doch ’Kraft durch Freunde’ drauf.’“ [Steimles neue Provokation, Oliver Hach, Freie Presse Online, 13. Juni 2019]

Post Scriptum

(Screenshots Twitter: O.M.)

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Post Post Scriptum

Der MDR hat ein Problem. Es heißt Uwe Steimle. Der Schauspieler und Kabarettist, vielen noch bekannt als Kommissar Jens Hinrichs aus dem Schweriner Polizeiruf, eckt immer wieder an. Mal sind es verleumderische Gerüchte über Geflüchtete, die er in seiner Sendung “Steimles Welt“ (MDR) zum besten gibt. Mal, wie jüngst, ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Kraft durch Freunde“ – eine Abwandlung des NS-Slogans “Kraft durch Freude“ (…)

(…) “Das hat der Privatmann Uwe Steimle gemacht. Meine Meinung ist, das ist nicht originell. Das ist auch nicht lustig. Aber darüber hinaus, wenn er als Privatmann solche T-Shirts anzieht, warum sollte ich dann Konsequenzen ziehen?“ [MDR Fernseh-Unterhaltungschef Peter Dreckmann].

Zwei Monate vor den Landtagswahlen in Sachsen kann der MDR nur verlieren: Hält er an Uwe Steimle fest, wird er von dessen Kritikern mit Steimle zusammen in die rechte Ecke gestellt. Kündigt er die Zusammenarbeit auf, droht aus dem Lager der Steimle-Fans umso heftigere Kritik. Wohl niemand will Uwe Steimle in dieser Situation zum Märtyrer machen.

[Nadja Mitzkat, “Grenzen der Satire? Der MDR und Uwe Steimle“, ZAPP @ ndr.de, 26. Juni 2019 (Rechtschreibung sanft korrigiert)]

’Football Army Dresden’. Panzer-Trabi.

Da hat die Sächsische Zeitung in ihrer Print-Ausgabe vom 11. Mai dieses Jahres wohl die Herzen der geneigten Leserschaft getroffen, mehr oder weniger –

(Screenshot Twitter: O.M.)

Immerhin stellt Daniel Klein (“Drei Jahre nach Magdeburg und zwei nach Karlsruhe dauert die juristische Aufarbeitung an. Aber es gibt erste Urteile.“ – Print-Teaser, Sächsische Zeitung) nunmehr klar, dass damals Mitte Mai 2017 in Karlsruhe die ’Football Army Dresden’ – “mit viel Pyrotechnik und einem Panzer auf einem Plakat“ – dem DFB (Deutscher Fußball-Bund) den Krieg erklärte, anyway.

Ein gemalter Panzer. Potzblitz. Die Sächsische Zeitung scheint Informationen zu besitzen, die anderen bislang vorenthalten schienen, for whatever reason –

(BILD Sport via Twitter – Screenshot: O.M.)

Wie geht es eigentlich dem “Cabrio-Papp-Panzer” (F.M.), dem Trabi als solchen? Nichts Neues unter der Sonne …?

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Die Stimme eines UD-Capos a.D. – Round View

Spätestens seit dem 7. April dieses Jahres öffentlich, vorab bereits hier und da präsent, nach wie vor beim Buchdealer des eigenen Vertrauens für den symbolischen Preis von 19,53 Euro erhältlich: CAPO – Meine Stimme für Dynamo Dresden von Stefan “Lehmi“ Lehmann, dem einstigen Capo von Ultras Dynamo (UD), letztendlich als Druckwerk final zusammen erschaffen mit dem Co-Autor Jens “Jente“ Knibbiche.

Nachfolgend seien retrospektiv noch einige kleine Blicke nach da und hier, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, rund um das Buch gestattet –

Interview mit Ex-Capo Lehmi zu seinem Buch “Meine Stimme für Dynamo Dresden“ [Podcast @ welle1953.net, 4. April 2019].

“Authentisch geschrieben und sehr unterhaltsam. Liest sich sehr gut. Zum Inhalt brauch man nicht viel erzählen. Jeder sich ein bisschen für die Szene interessiert weiß worum es hier geht.“ [’Danny Crane’, Kundenrezension (Eine Legende auf dem Zaun), amazon.de, 3. Mai 2019].

“(…) Auf seine Ambitionen auf ein Amt oder eine Funktion im Verein SG Dynamo Dresden angesprochen, erklärte ’Lehmi’, dass er nicht nein sagen würde, falls der Verein ihn um Hilfe bitten würde (…) Eine richtige Lesereise hat ’Lehmi’ mit seinem neuen Buch bisher noch nicht geplant (…)“ [faszination-fankurve.de, 5. April 2019].

“Bitte mach’ eine Lesung in Frankfurt …“ [Kommentar @ faszination-fankurve.de, 8. April 2019].

“Da es das erste Buch eines Capos in Deutschland ist, habe ich auch als Nicht-Dresdner zugegriffen. Zudem kenne ich Knibbiches letztes Buch, in dem es um Psychotypen und gesellschaftliche Abstürze geht. Capo von Dynamo vs. Psychoschreiber aus MD? Das klang für mich skurril aber auch interessant (…) Der Schreibstil ist eher einfach gehalten und wohl passend zum Fußball-Milieu. Das soll aber nicht heißen, dass es schlecht geschrieben ist. Okay, einzelne Kapitel, wie z.B. die Geschehnisse bei Hooligangeschichten sind nicht neu auf dem deutschen Buchmarkt aber als Gesamtwerk behaupte ich, hat es ein vergleichbares Werk bisher in Deutschland nicht gegeben (…)“ [’Ostbürger’, Kundenrezension (Einschlag auf dem Fußballbüchermarkt), amazon.de, 30. April 2019].

“Ein emotionales Buch, ohne Frage“ [MeyView.com, 24. April 2019].

(Rudolf-Harbig-Stadion, 3. Dezember 2017 – Foto: bultras.net)

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– Nachschiebsel –

(…) Nun darf man sich das Buch nicht als klassische Aufarbeitung vorstellen, so mit Reue, Erklärungen und Entschuldigungen. Lehmann erzählt vielmehr wertungsfrei Anekdoten, er schildert Geschehnisse und verdeutlicht Entwicklungen aus den vergangenen 18 Jahren. Das sind mitunter nicht mehr als wilde Partygeschichten oder verstörende Prügelstorys (…), die oft genug aber -, vor allem im zweiten Teil – auch deutlich darüber hinaus gehen. Nicht jeder kann und muss das gutfinden, auch in der Szene (…)

Bei seiner Kritik im Kapitel Zukunftsvisionen an der Kommerzialisierung des Fußballs und der prinzipiellen Digitalisierung stimmen ihm vermutlich auch Menschen zu, die Dynamo nicht leiden und mit dem Begriff Ultra nichts anfangen können.

Schließlich verblüfft Lehmann mit einem Traum, der mehr Vision ist (…)

[Tino Meyer, “Dynamos Capo packt aus“, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 11. Juni 2019]

MedienScreen # 218 [Michael Kretschmer as himself]

[Fundstück] Oliver Reinhard, “Wer entrüpelt Michael Kretschmer?“, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 7. Mai 2019 –

(…) Fraglos ist Michael Kretschmer klug, intelligent und strategisch gewieft. Daran kann es also ebensowenig wie an seiner Einstellung liegen, dass er etwa nach den rechtsextremistischen Vorfällen von Chemnitz viel zu lange brauchte, um sie wenigstens per Standartfloskel zu verurteilen, und bis jetzt zum Neonazi-Aufmarsch von Plauen schweigt (…) Und immer wieder vergreift er sich im Ton, putzt Politiker, Ökonomen, Wissenschaftler, Journalisten, Bürger, deren Aussagen ihm nicht passen, grob herunter, statt sie nur mit klarer Kante zu kritisieren (…)

(…) Und ganz offensichtlich sollen solche Rüpeleien vor allem bei jenen Rüpeln an jenem Rand ankommen, der Sachsens CDU wegzubrechen droht oder bereits verloren ist und bis September wieder eingefangen werden soll.

Allerdings ist dieser Tonfall eben nicht der des “Volkes“. Auch nicht des sächsischen. Höchste Zeit also für eine Selbst-Entrüpelung seines Ministerpräsidenten.

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“… Was der sächsische Ministerpräsident in einer Stunde Anne Will an Stammtischparolen herauslässt, schafft sonst nicht einmal Mario Basler in einem Sport-Talk …“ (Thomas Hummel, sueddeutsche.de, 6. Mai 2019).

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(Screenshot Twitter: O.M.)

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– Nachschiebsel –

Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 11. Mai 2019, ’Leserforum’, *Briefe an die Redaktion, Zu: “Wer entrüpelt Michael Kretschmer“ –

Der Autor sollte sich in aller Öffentlichkeit dafür entschuldigen
Man mag Kretschmer mögen oder auch nicht, er ist schließlich Sachsens Ministerpräsident! Ich erinnere mich an das Schmähgedicht des Herrn Böhmermann über Erdogan. Wie haben sich alle aufgeregt, Beleidigung eines Staatsmannes usw. Und was ist das hier? Der Autor sollte sich in aller Öffentlichkeit dafür entschuldigen, denn auch die Pressefreiheit hat ihre Grenzen!

Er steht für Politiker mit der Graduierung “Doktor Allwissend“
Solch einen gelungenen Beitrag über fläziges Benehmen von Herrn Kretschmer liest man selten. Er steht für Politiker mit der Graduierung “Doktor Allwissend“, die durch Dreitagebärte, auffällige Kleidung und oft durch in Taschen vergrabene Hände Unsicherheit und Angst verbergen.

Ich habe am Auftreten des MP nichts Negatives bemerkt
Ihr Artikel empört mich derart, dass ich meine Zurückhaltung ablege. Ich finde etliche Formulierungen unter der Gürtellinie und bin der Meinung, dass der Autor mit seiner Entrüpelung anfangen sollte. Auch Politiker dürfen nicht derart beleidigt werden. Unser Ministerpräsident hat durchaus seinen richtigen Standpunkt gegenüber seinen Gesprächskontrahenten vertreten. Ich habe an seinem Auftreten nichts Negatives bemerkt.

Sachliche Kritik ohne persönliche Beleidigungen ist einzufordern
Mit einigem Entsetzen habe ich den Beitrag über die Talkrunde bei Anne Will gelesen. Man kann selbstverständlich eine andere Meinung haben als der Repräsentant eines Landes und einer Partei, aber man sollte dabei Anstand bewahren. Es ist ein Unding, dass Aussehen und die Kleidung eines Menschen als Ausgangspunkt für Spott benutzt wird. Sachliche Kritik mit klarer Kante ohne persönliche Beleidigungen ist auch von Herrn Reinhard einzufordern.

Ansonsten schätze ich Ihre Zeitung
Dies alles ist Ihrer Zeitung unwürdig, die ich ansonsten schätze (…)

Kurbeln Sie einen Trend der sprachlichen Rüpeleien an?
Wer hier der eigentliche Rüpel ist, liegt für mich auf der Hand. Wer seine Meinung in solch arroganter, voll Häme strotzender Art zum Ausdruck bringt, degradiert sich selbst. Für Kritik – berechtigt oder nicht – lassen sich von einem gebildeten Bürger, als solchen schätze ich den Autor ein, treffendere, nicht beleidigende sprachliche Mittel einsetzen. Oder möchten Sie einen allgemeinen Trend der sprachlichen Rüpeleien und Vergleiche ankurbeln?

Kretschmer hatte sich auf das eingestellt, was ihn erwartet
Der unter höchstem Verantwortungs- und Leistungsdruck stehende MP Kretschmer hatte sich eingestellt auf das, was einem “Schwarzen“ erwartet, wenn er sich einer à priori feindseligen, ständig reinredenden und immer Recht haben wollenden linksgrünen Mehrzahl aussetzt. Als ein sich wie ein rüpelhaftes Rumpelstilzchen aufführender Landesvater ist er nun natürlich unwählbar. Oder?

[*MeyView.com hat, Rechtschreibung sanft korrigierend, anonymisiert.]

– Nachnachschiebsel –

Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 18. Mai 2019, ’Leserforum’, *“Im Vertrauen“ –

Wann ist eine Zeitung tendenziös?
Vom rüpelhaftem Auftreten kann bei Michael Kretschmer nicht die Rede sein, rüpelhaft äußert sich der Autor. Das Schlimmste ist, dass ein derart tendenziöser Beitrag in der SZ [Sächsische Zeitung] veröffentlicht wird, die eigentlich unpolitisch sein sollte.

Olaf Kittel, Ombudsmann der SZ [Sächsische Zeitung] –
(…) der Auftritt des Ministerpräsidenten in der Talkrunde bewegt noch immer viele Leser. Tatsächlich polarisiert “Wer entrüpelt den Ministerpräsidenten“ stark, es gab viel Zuspruch für den Autor, aber auch sehr viel Kritik. Wie immer an dieser Stelle möchte ich nicht über Meinungen streiten, weder über die des Autors (der zweifellos eine ziemlich harte Sprache wählte) noch die der Leserreaktionen (die oft noch härter ausfielen).
(…) Sollte die SZ [Sächsische Zeitung] unpolitisch sein? Und wie soll das aussehen? Die Sächsische Zeitung druckt täglich mehrere Politikseiten, auf denen nicht nur Nachrichten stehen, sondern auch Interviews, Analysen, Kommentare. Damit ist die Zeitung politisch, ob sie will oder nicht. Die SZ [Sächsische Zeitung] will freilich unparteiisch sein, gerade im Wahlkampf (…) Diese Zeitung stellt sich auf keine Seite. Allerdings kann das nicht auf jeden einzelnen Beitrag zutreffen. Kommentare etwa können durchaus einer Richtung zuneigen, der nächste Kommentar kann eine ganz andere Tendenz haben.
Dies ist so, obwohl es für Zeitungen Tendenzschutz gibt. Verleger können danach die Ausrichtung einer Zeitung festlegen oder verändern, deshalb gibt es ja eher linke oder eher konservative Zeitungen, es sind aber fast immer die überregionalen. Die meisten Regionalzeitungen, die SZ [Sächsische Zeitung] gehört dazu, verhalten sich heute politisch neutral.
Tendenziös allerdings will keine Zeitung sein, also eine Tendenz (nur) durchscheinen lassen, nicht objektiv und voreingenommen zu berichten. Auch wenn das ab und zu vorkommen mag. Der Vorwurf “tendenziös“ für einen Meinungsbeitrag geht aber ins Leere. Denn nichts ist so subjektiv und folgt einer Tendenz wie ein Meinungsbeitrag. Tendenziös wird die Zeitung damit noch lange nicht.

[*MeyView.com hat teilanonymisiert.]

– Nachnachnachschiebsel –

Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 18. Mai 2019, ’Leserforum’, *Briefe an die Redaktion, Zu: “Wer entrüpelt Michael Kretschmer“ –

Dem Autor Respekt zu seinem Mut
Zufällig warf ich einen Blick in diese banale Gesprächsrunde bei Frau Will – und war schockiert vom Auftritt des sächsischen MP. Seit Langem stellt man sich der Frage: Warum ist Sachsen so, wie es ist? Toleranz wird durch arrogantes Auftreten (“Alleinvertretungsanspruch“) nicht gefördert – und die Echos aus dem Lande polarisieren weiter. Wenn nun in den Leserbriefen vom vergangenen Wochenende Leute nach Respekt vor dem Amt schreien, zeigt das nur, dass nicht nur die Sachsen-CDU das Problem ist, sondern auch diese “ergebenen Parteigänger“. Beides zusammen produziert Pegida und ist der Boden für AfD. Dem Autor Respekt zu dem Mut, diesen Schuss abgegeben zu haben.

Herr Kretschmer hatte gerade nicht den besten Tag
Dieser Artikel ist das negativste Beispiel für eine neutrale sachliche Darstellung. Die Sache ist dem Autoren Nebensache. Nein, es ist für ihn wichtig, wer sich am besten darstellen kann. Und da hatte Herr Kretschmer gerade nicht den besten Tag – aber seine Argumente waren trotzdem tiefgründig und wohlüberlegt, die Kompliziertheit des Problems aus seiner Sicht anschaulich darzustellen. Für wen machte der Autor Wahlkampf? Und darf ein solcher Wahlkampf in einer neutralen Zeitung gemacht werden?

Was sind die Motive?
Gut geschrieben, wenn denn Häme, Demütigung, Respektlosigkeit, Lächerlichmachen das Ziel waren. Was sind die Motive? Ist eine persönliche Rechnung zu begleichen? Soll es ein Schienbeintritt sein aus taktisch-strategischer Sicht, von wem auch immer aus der Politik bestellt? Eröffnet die SPD Sachsen den Wahlkampf? Wenn dem MP die Emotionen durchgehen und er echt reagiert, verkrafte ich das (…)

Ich wäre wohl unangespitzt durch die Decke gegangen
Im Unterschied zu Frau Baerbock hat MP Kretschmer eine sehr hohe Verantwortung für die wirtschaftlichen Grundlagen für unser aller Wohl. Bei flapsigen Forderungen wie “Kraftwerksblöcke sofort abschalten“ oder “dekarbonisieren“ wäre ich wahrscheinlich unangespitzt durch die Decke gegangen. Die Abschaltung eines Blockes bedeutet den Verlust von 600 gut bezahlten Arbeitsplätzen, wie gerade in Jänschwalde geschehen. Auch die von Frau Baerbock gewünschte generelle Dekarbonisierung hätte weitreichende Folgen. Nicht zuletzt bestehen die wichtigsten Teile eines Windrades aus harzgebundenen Kohlefaserverbundstoffen – also Karbon.

Nur weil er keine Phrasen drischt, wird er derart primitiv kritisiert
Unser Ministerpräsident sprach in der Talksendung absoluten Klartext zum Thema Klimawandel und CO2-Steuer in Deutschland. Dieses Problem ist nur global zu lösen, nicht nur Deutschland ist in der Pflicht. Im Artikel wird Herr Kretschmer als Rumpelstilzchen bezeichnet, hätte ein rüpelhaftes Verhalten, ausgeprägte Trotzbereitschaft. Nur weil er keine Phrasen drischt wie Kevin Kühnert und die Dame von den Grünen, wird er derart primitiv kritisiert.

Wie so oft geht Deutschland einen eigenen Weg
Ich bin kein Fan der CDU, aber wenn man bei einer Talkshow auf Annalena Baerbock trifft, muss man so auftreten, denn bei ihr kommt man ja kaum zu Wort. Mit ihrem Spruch “die Niederlande und Schweden erfüllen bereits die Klimaziele“, da vergisst sie vielleicht, dass diese Länder auch noch Atomstrom produzieren. Für Atomenergie plädiert ja auch Greta Thunberg, aber das wird ja bei uns verschwiegen. Wie so oft geht Deutschland einen eigenen Weg, welcher oft überhastet und unberechenbar ist. Doch es gibt ja immer noch die Bevölkerung, welche dann alles bezahlt, ohne vorher gefragt zu werden.

Kretschmers Argumentation teilen wir voll und ganz
Uns schockiert dieser Artikel total. In einer anmaßend beleidigenden Art stellt er unseren Ministerpräsidenten dar und begründet das noch dazu mit dessen Haltung zum Klimaschutz. Die Argumentation von Herrn Kretschmer teilen wir voll und ganz. Deutschland tut wirklich viel hinsichtlich Energiewende und Kohleausstieg und all das sozialverträglich (…)

[*MeyView.com hat, Rechtschreibung sanft korrigierend, anonymisiert.]