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BRDDR – Fußball hinterm Horizont

Es ist fast ein bisschen wie ’zwischen den Jahren’, neudeutsch gesagt. Trügerische Ruhe. Das jubiläumsjubelnde – plakativ grenzüberwindende – Unterhaltungsprogramm zum ’Heiligen 3. Oktober’ in Funk, Fernsehen und auf der Straße ist vorbei. Ebensolches oder ähnliches ist zum anstehenden ’Unheiligen 7. Oktober’ kaum zu erwarten.

Warum auch? Silvester als solches ist sowieso überbewertet. Nicht zuletzt politisch. Pyrotechnisch betrachtet lediglich Schall und Rauch. Wie einiges in der Geschichte.

So wie der 7. Oktober eben. Oder der 3. Oktober. War und bleibt letzterer – so jedenfalls stellt es Stefan Berg im SPIEGEL vom 2. Oktober fragend in den Raum – “nicht eher ein Zufallstermin, gewählt, um einen weiteren DDR-Geburtstag am 7. Oktober zu verhindern?“ Sei’s drum. “Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran“ (Unvergessen: Fehlfarben).

Geschichte und Geschichten können zuweilen einiges erzählen. Rückblickend. Auch spielerisch. Abseits vom großen Spiel der Politik. Obwohl so abseitig spielend nun wiederum auch nicht.

Moritzburg
(Open Range In The East Of Germany – Foto: O.M.)

Als Autor des Fußballmagazins 11Freunde veröffentlichte Jens Kirschneck im Sommer 2010 auf der mittlerweile seit Herbst jenen Jahres weniger oder mehr vor sich hin schlummernden Präsenz von friedlicherevolution.de eine dreiteilige Serie namens “Die letzte Saison – Der DDR-Fußball und die Jahre 1989/90″.

Im Rückblick auf eine wie auch immer geartete Zeitgeschichte sei es nachfolgend gestattet, dieses Text-Dokument auszugsweise zu reproduzieren –

(…) 5. April 1989, Dresden – Es ist der vorläufige Höhepunkt in einer Entwicklung, die sich seit einem halben Jahr in der DDR vollzieht. Schon im Frühjahr scheint ein Umdenken in den Führungsetagen des Deutschen Fußball Verbands (DFV) stattzufinden: Im Vorfeld des UEFA-Pokal-Halbfinals gegen den VfB Stuttgart wird den Akteuren von Dynamo Dresden in Aussicht gestellt, mit ihren Ehefrauen zum Auswärtsspiel ins Schwabenland reisen zu können. Ein Goodie für den großen Erfolg im Europacup. Visa für die Eheleute werden beantragt, doch kurz vor der Abreise erklärt der für den Klub zuständige Parteisekretär beim freitäglichen Politikunterricht, dass die Spielerfrauen doch daheim bleiben müssten. Doch kein Spieler kommt deshalb auf die Idee aufzumucken. Zu warm der Kokon, in dem sich die privilegierten Kicker in dem Staat befinden, der sportliche Erfolge stets auch als Propagandainstrument einsetzt. Fußballer haben schon in der Jugend die Möglichkeit, zu Spielen und Trainingslagern ins westliche Ausland zu reisen. Nur die wenigsten nutzen dies zur Flucht (…)

(…) 4. September 1989, Leipzig/Berlin – In Leipzig schließt sich an die Friedensgebete in der Nikolaikirche die erste Montagsdemonstration an. Gegenüber dem Gotteshaus liegt der Schuhladen, in dem die Frau von Lok-Leipzig-Spieler Heiko Scholz arbeitet. Zunächst noch ungläubig, nimmt das Ehepaar das Treiben auf der Straße wahr. Als die Veranstaltungen dort immer mehr Zulauf erhalten, muss der Schuhladen montags bald via behördlicher Anweisung bereits um 15 Uhr schließen. Die Spieler von Lok werden in den Sitzungssaal am Trainingszentrum beordert. Die Mitteilung an die Kicker lautet: “Eine Beteiligung an einer Demonstration ist nicht förderlich.”

Auch in Berlin schreitet die Revolution mit Siebenmeilenstiefeln voran. Bei den Partien des BFC Dynamo, dessen Vorsitzender Stasi-Boss Erich Mielke ist, fällt Bodo Rudwaleit auf, wie die Tribünen ihr Gesicht verändern: “Plötzlich waren die Leute von der Staatssicherheit, mit denen wir beim BFC täglich zu tun hatten, nicht mehr so präsent. Hatten wohl Wichtigeres zu tun.”

(…) Ende Oktober 1989, Berlin – Auf einem Tisch liegen dutzende Papierstapel. Ein Büro in der Zentrale des DFV. Die Funktionäre um Verbandschef Wolfgang Spitzner stellen die Weichen für eine bessere Zukunft. Alle Oberliga- und DDR-Liga-Spieler müssen per Beschluss einen Lizenzvertrag unterschreiben, der den Statuten der FIFA entspricht. Nachdem im Juni und Juli in kürzester Zeit (…) Spieler (…) Partien (…) zur Flucht in den Westen genutzt haben, will sich der Verband gegen einen weiteren Exodus guter Kicker absichern und gleichzeitig auch Vorkehrungen für zukünftige Transfers von DDR-Spielern in den Nicht-Sozialistischen-Wirtschaftsraum treffen (…) Es könnte also ein wichtiges Signal für die Öffnung zum Westen und für allgemeine Reisefreiheit sein, wenn DDR-Stars zukünftig auch in anderen Ländern spielen. Die Vorsitzenden der Klubs holen die Verträge beim Verband ab, um sie in einigen Tage unterschrieben zurückzubringen. Durch diese konzertierte Aktion kann plötzlich kein DDR-Spieler mehr ohne Freigabe vom DFV für einen neuen Verein spielen – auch nicht nach der bis dahin üblichen zwölfmonatigen Sperre.

9. November 1989, Leipzig – Für manchen beginnt der alles entscheidende Tag bereits mit einem Highlight: Um 7 Uhr morgens geht Heiko Scholz zur Fahrzeugauslieferung, um dort für 36.500 Ostmark seinen neuen Wartburg abzuholen. Am späten Vormittag muss er mit dem Neuwagen nach Abtnaundorf im Nordosten von Leipzig, wo sich die Nationalmannschaft trifft. In ein paar Tagen spielt das Team in Wien sein alles entscheidendes WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich. Mit einem Sieg kann sich die DDR für die WM in Italien qualifizieren. Am Abend hockt die Mannschaft in der Sportschule zusammen, der Fernseher läuft. Matthias Sammer: “Stunde um Stunde jagte eine Meldung die andere. Reisefreiheit, Geldumtausch, Löcher in der Mauer. Menschenauflauf am Brandenburger Tor. Und bei uns knallten die Champagner-Korken.” Nicht jeder Akteur erlebt die Stunden in Abtnaundorf ähnlich gelöst (…)

(…) 15. November 1989, Wien – Auch wenn der DDR-Verband versucht hat, die aktuellen Nachrichten von den Nationalspielern fernzuhalten – es hat nicht gereicht, um die Konzentration vollends aufrechtzuerhalten. Schon vor dem Spiel drücken sich im Quartier in Lindabrunn Spielerberater in der Hotel-Lobby herum und versuchen, mit den Sportlern ins Gespräch zu kommen. Drei Tore von Toni Polster entscheiden die Partie im Praterstadion. Rico Steinmann verschießt einen Elfmeter und fragt sich: “Hätte ich den reingemacht, wenn die Mauer nicht gefallen wäre?”

Die Männer von Eduard Geyer schleichen traurig vom Platz. Während des Spiels haben sich nicht nur auf dem Rasen außergewöhnliche Dinge ereignet: Auf der VIP-Tribüne halten bereits Vertreter von Borussia Dortmund, Bayern München und Werder Bremen Ausschau nach interessanten Spielern. Leverkusen-Manager Reiner Calmund, der in Köln dem Spiel BRD gegen Wales beiwohnt, hat seine Scouts Dieter Herzog und Manfred Ziegler geschickt – und noch einen Mann, von dem “Calli” sagt: “Wenn der vorne aus der Disco rausfliegt, klettert er durchs Kellerfenster wieder rein.” Wolfgang Karnath hat sich Zutritt zum Innenraum des Praterstadions verschafft. Sein Auftrag: “Bring mir die Kontaktdaten (…)” Calmund behauptet, er habe den Scout mit einem Fotografenleibchen dort eingeschleust, Karnath selbst sagt, er sei mittels seines Sanitäterpasses aus Bundeswehrzeiten an den Ordnern vorbeigekommen.

Als Matthias Sammer in der 79. Minute für Uwe Weidemann ausgewechselt wird, sitzt neben ihm auf der Bank plötzlich ein stämmiger Mann mit buschigem Haar, den er noch nie gesehen hat. Der sagt: “Schönen Gruß von Herrn Calmund, wir wollen Sie nach Leverkusen holen. Lassen Sie uns nach dem Spiel im Hotel Lindabrunn reden.” Als der Schlusspfiff ertönt, verlässt Andreas Thom mit hängendem Kopf das Spielfeld, als ihm plötzlich derselbe Mann – “einer, der wie ein Fotograf aussah” – auf die Schulter tippt (…)

(…) 17. November 1989, Berlin – Reiner Calmund hat einen vollen Terminkalender. Er muss beim Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) ein förmliches Anschreiben wegen des Thom-Transfers einreichen, auch, um den Spieler zu beruhigen, dass alles den behördlichen Weg geht. Am Abend trifft er im Grand Hotel Ulf Kirsten und Matthias Sammer, die aus Dresden anreisen. Vorbehaltlich einer Freigabe durch den DDR-Verband bekommt er am Ende des Treffens von beiden eine Unterschrift unter einen Vorvertrag (…)

(…) Ende November 1989, Berlin – Günter Netzer schwärmt: “Das sind ja traumhafte Zustände bei Ihnen.” Als Vertreter des Schweizer Sportvermarkters CWL ist Netzer zum DFV gekommen, um mit dem Verband über die TV-Rechte und Bandenwerbung in der Oberliga zu verhandeln. Es ist für die Klubchefs die erste Begegnung mit der Marktwirtschaft. Und wie in der DDR üblich, haben sich alle Vorsitzenden der Vereine pünktlich zum Termin an einem Tisch versammelt, um Netzers Vortrag zu lauschen. In anderen Ländern muss er mühsam jeden Klub-Präsidenten einzeln aufsuchen. Die Ideen der CWL sind interessant – doch zu diesem Zeitpunkt kann sich der Verband nicht zu einem Vertragsabschluss durchringen. Erst im März 1990 gelingt es der CWL, mit Energie Cottbus den ersten privaten Vertrag über Marketingrechte abzuschließen (…)

(…) 20. Dezember 1989, Dresden – Auf dem Platz vor der Frauenkirche hält Helmut Kohl eine gefeierte Rede. Ein Vorbote der baldigen Wiedervereinigung. Später am Abend sitzt der Kanzler mit den Spitzen des Bayer-Konzerns zusammen und drängt darauf, von den Transferplänen weiterer Spitzenspieler vorerst Abstand zu nehmen: “Überlegen Sie, was dies für Folgen für das Image der Bayer AG haben wird. Sie können die DDR nicht einfach so leerkaufen.” (…)

(…) 26. Dezember 1989, Berlin – Der politische Wind hat sich gedreht. Auch den Fußballern des BFC bleibt das nicht mehr verborgen. Beim traditionellen Weihnachtsturnier in der Werner-Seelenbinder-Halle fühlt sich Frank Rohde fast wie Freiwild. Dass der Hauptstadtverein bei den Fans aufgrund seiner Verbindung zur Stasi in der DDR nicht beliebt ist, weiß der Abwehrspieler. Doch der Hass eskaliert an diesem Tag. Durch die Fangnetze werden die Spieler von Zuschauern bespuckt. “Stasi-Schwein” ist an diesem Tag eine der netteren Beleidigungen (…)

(…) 10. Januar 1990, Berlin – In der “Bild” erscheint ein Interview mit Rainer Ernst. Darin gibt der wechselwillige Spieler zu Protokoll: “Ich habe viele meiner Tore auf Video. Und bei manchen Elfmetern muss ich im Nachhinein schmunzeln.” In den Augen der BFC-Bosse stellt Ernst damit die gewonnenen Meistertitel in Frage, denn mit seiner Aussage nährt der Spieler das Gerücht, Partien des Rekordmeisters seien regelmäßig manipuliert worden (…) Ernst bekommt keine Freigabe erteilt. Statt sofort für rund 2,2 Millionen Mark zu wechseln, wird Ernst erst im Sommer für 750.000 Mark nach Kaiserslautern transferiert.

In diesen Tagen wird auch ein weiterer Ost-West-Deal perfekt gemacht. Nachdem Calmund Matthias Sammer aus Staatsräson aus seinen Verpflichtungen gegenüber Bayer 04 entlassen hat, unterschreibt der Rotschopf beim VfB Stuttgart. 1,8 Millionen Mark Ablöse nimmt eine Delegation von Dynamo in den Tagen darauf aus Stuttgart in bar in einer Tasche mit. Für Transaktionen dieser Art gibt es in der DDR weder ein geltendes Steuerrecht, noch entsprechende Konten. Weitere Abmachungen in dem Vertrag sind ein Abschiedsspiel für Sammer, das nie zustande kommen wird, sowie ein Mannschaftsbus für die Dresdner. VfB-Präses Gerhard Mayer-Vorfelder macht es sich leicht: Er schickt ein gebrauchtes Leasing-Fahrzeug mit bezahlten Raten für einen Zeitraum von drei Monaten. Weitere Raten gehen zu Lasten von Dynamo (…)

(…) 20. Februar 1990, Berlin – Der BFC Dynamo Berlin benennt sich in FC Berlin um. Mit dem Stasi-Image des BFC ist es schwer, Sponsoren an Land zu ziehen. Durch die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit, dem Träger des Vereins, verliert der BFC seine Existenzgrundlage. Der Kapitalismus ist längst auch in der Oberliga angekommen (…)

(…) 26. Mai 1990, überall in der DDR – Die vorletzte Oberliga-Saison der Geschichte endet. Das Double holt Dynamo Dresden. Die Westvereine haben sich im Osten reichlich bedient (…)

(…) 11. August 1990, überall in der DDR – Die Oberliga startet in ihre letzte Saison. Für die 14 Klubs geht es um die Existenz. 29 Rote und 544 Gelbe Karten an 26 Spieltagen signalisieren, wie umkämpft die Spielzeit ist. In den Medien brandet schon bald die Diskussion auf, ob Top-Spieler besser geschützt werden müssten. Das Zuschauerinteresse an dieser K.O.-Liga ist verheerend. Der Zuschauerschnitt sinkt von bislang 8.033 auf nur noch 4.807 Besucher pro Spiel.

Dynamo Dresden ist ein gutes Beispiel, wie verzweifelt die Vereine ums Überleben kämpfen. Die Transferpolitik des Klubs zeugt nur bedingt von Fußballkompetenz. Die Abgänge werden nur teilweise kompensiert. Abgehalfterte Bundesligastars (…) ergänzen den Kader – und kassieren für überschaubare Leistungen fürstliche Gehälter (…)

(…) 20./21. November 1990, Leipzig – Der DFV löst sich auf und wird daraufhin als Nordostdeutscher Fußballverband (NOFV) ein neuer Regionalverband des DFB (…)

(…) 20. März 1991, Dresden – Der Mob regiert im Stadion im neuen Deutschland. Ein Wiedervereinigungsspiel im Leipziger Volksstadion zwischen einer BRD- und einer DDR-Auswahl wurde im Herbst 1990 bereits wegen “Sicherheitsbedenken” abgesagt. Zu DDR-Zeiten wurden Hooligans als “asoziale Elemente” klassifiziert und vor Prestigeduellen vorsichtshalber in Gewahrsam genommen. Nun stellen in vielen Oberliga-Spielstätten – auch wegen der mangelhaften Besucherzahlen – gewaltbereite Zuschauer eine gewichtige Gruppe dar. Wie sehr die Anarchie regiert, zeigt sich an diesem Abend im Europapokal der Landesmeister. Vor 11.000 Zuschauern spielt Dynamo gegen Roter Stern Belgrad. Die Lage ist aussichtslos. Dresden hat das Hinspiel 0:3 verloren. Als die Serben in der zweiten Halbzeit mit 2:1 in Führung gehen, wird es unruhig auf den Rängen. Es fliegen Steine, Raketen und Mülltonnen auf das Spielfeld (…) Das Match wird in der 78. Minute abgebrochen (…)

(…) 3. August 1991, 15.58 Uhr, Rostock – (…) Deutschland ist eine Einheit. Und der Spitzenreiter der Bundesliga heißt für fünf Spieltage Hansa Rostock. Für Momente blicken alle Augen im Land nach Osten (…)

An diesem Samstag im August 1991 (…) scheint es, als sei die Freiheit vollends in der ehemaligen DDR angekommen. Als würde es hinterm Horizont immer weitergehen.

1. FC Magdeburg: Von BILD lernen, heißt was?

Manchmal kommt man an der “BLÖD-Zeitung“ (Unvergessen: Tatort-Kommissar Stoever) irgendwie nicht vorbei. Erstens, weil das Blatt immer wieder einmal für ein Bonmot mehr oder weniger gut ist. Und zweitens, weil im Folgenden das stringente Zitat-Kettchen keinesfalls durch anderweitige Medien billig unterbrochen wird.

Erster Akt –

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(Screenshot bild.de, 10. Juli 2015 – O.M.)

Im zweiten Akt irrlichtern die bekannten Bilder von den Rängen zu Beginn der Drittliga-Partie FC Hansa Rostock gegen 1. FC Magdeburg am 10. Spieltag der laufenden Saison.

Der dritte Akt spielt in der regulären Pause besagter sportlicher Begegnung im Ostseestadion –

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(Screenshot bild.de, 23. September 2015 – O.M.)

Geschickt formuliert, Chapeau!

Und das bleibt jetzt – egal ob der zitierten Quelle – weiter unkommentiert einfach so stehen.

Nach dem Spiel allerdings kam es noch zu Ausschreitungen, meldete dann das Polizeipräsidium Rostock. Beteiligt waren offenbar “etwa hundert Vermummte, die dem Fanspektrum des Vereins Hansa Rostock zuzurechnen sind“. Glück gehabt, FCM?

Ein vierter Akt? Da wird fürwahr zu sehen sein, wie reagiert wird. Wenn und vielleicht. Die Theatersaison ist ja noch lang.

“Das Wahre gibt es nicht! Es gibt nur verschiedene Arten des Sehens“ (Gustave Flaubert).

MedienScreen # 49 [#BILDnotwelcome]

(…) “Bild“-Chef Kai Diekmann hat mit seinen zwei Pöbeltweets zu St. Paulis Entscheidung, sich nicht als Werbetransmitter der “Wir helfen“-Aktion benutzen zu lassen, also das geschafft, was sonst nur Reizthemen wie Stadionverbote oder zu hohe Ticketpreise schaffen: Er hat Fans vereint, die sich sonst nicht besonders leiden können (…)

– [Reichlich bebildertes Fundstück] Moritz Tschermak, “Wer nicht für ’Bild’ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein (3)“, bildblog.de, 21. September 2015

Beton_Blumen
(“… When will they ever learn? When will they ever learn?” – Foto: O.M.)

In memory of Ultras.ws

Vor wenigen Stunden wurde am heutigen 17. September 2015 die Internetpräsenz Ultras.ws (UWS) durch den Betreiber in Eigenverantwortung kontrolliert vom Netz genommen und ist demzufolge offline.

Bis zuletzt galt Ultras.ws – trotz szeneintern ganz gern einmal geäußerter Kritik – als das größte deutschsprachige Fan-Forum im virtuellen Fußballraum.

ultras.ws

Innerhalb eines zeitweise durchaus heftig vollzogenen Diskurses um Ultras im Internet, in den Stadionkurven und darüber hinaus, führte Blickfang Ultra (BFU) vor einigen Jahren ein Interview “mit den Machern von ultras.ws“.

Im Rückblick auf die virtuelle Zeitgeschichte wird nachfolgend dieses Text-Dokument auszugsweise reproduziert –

Beschreib doch mal bitte, wann das Projekt ultras.ws gestartet wurde und welche Ziele mit dem Forum verbunden sind. Wie viele Leute stecken hinter diesem Projekt?

Das Projekt wurde ursprünglich unter dem Namen Ultrafans.de im Jahr 2004 gegründet und sollte ein kleiner Info-Blog für erlebnisorientierte Fußballfans werden. Als Forum lief es dann 2005 an, sozusagen neben Hooligans.de mit der gleichen Interessengemeinschaft. Im Umfeld der WM 2006 rückte das Forum in den Fokus der bürgerlichen Medien und erlangte dadurch einen größeren Bekanntheitsgrad. Nach den schweren Ausschreitungen in Leipzig Anfang des Jahres 2007 wurde dann der Serverplatz wegen angeblicher Gewaltverherrlichung gesperrt und wir beschlossen, dem – teilweise herbeizitierten – Hooligan-Image mit einem neuen Namen zu begegnen.

Seit Mitte 2007 läuft das Forum nun unter dem Namen Ultras.ws (…) Wir verstehen Ultras.ws als Treffpunkt und Informationsplattform für Fußballfans jeder Provenienz. Das Credo des nach wie vor zugehörigen Blogs Ultrafans.de lautete schließlich nicht umsonst eine Zeit lang “Für die ganze Kurve”.

Ultras.ws wird derzeit – neben dem bezahlten technischen Support auf unserem eigenen Server – durch ein mittlerweile stabiles Team (…) getragen.

Aus welchen Szenen stammen diese Leute?

Unsere Moderatoren qualifizieren sich nicht vordergründig nach “Ultra-Kriterien” und etwaigen Szenezugehörigkeiten, sondern nach einem gewissem IQ – dazu gehört auch die Fähigkeit der deutschen Schriftsprache mächtig zu sein – und ihrem Wissen ums Internet sowie einer Loyalität untereinander, gegenüber dem Admin, letztlich zum gesamten Forum, quasi jedem einzelnen User. Zudem brodelt wohl in jedem von unserem Team eine gewisse Affinität zum Fußball im weitesten Sinne und zum allgemeinen Ultra-Gedanken. Nicht zuletzt haben wir uns ja auch den Kampf gegen Kommerz und unsolide Verbände auf die Fahne geschrieben – und dazu muss man nicht unbedingt Hardcore-Ultra sein, um diese zunehmenden Gefahren deutlich zu benennen.

Wie genau definiert Ihr “Ultra-Kriterien” oder den “allgemeinen Ultra-Gedanken”?

Ach komm’ – das vielzitierte Ultra-Manifest hat ja nun fast jeder irgendwann mal gelesen. Gut, vielleicht noch einmal deutlicher gesagt: Um bei Ultras.ws aktiv mitzuwirken, bedarf es unserer Team-Auffassung nach nicht der direkten Mitgliedschaft in einer der Szene-Gruppierungen. Unser hauptsächliches Mittel ist das Internet. Schon vor einiger Zeit resümierte damals BAFF, dass “Fußballfans keine Lobby haben und man mit dem Hooligan-Totschlagargument jede noch so absurde Maßnahme rechtfertigen kann”. Dagegen stehen wir. Irgendwo war im vorigen Jahr zu lesen: “Selbst ernannte Fußball-Experten, angebliche Szene-Kenner aller Couleur, gibt es landauf und landab; sich zudem teilweise mit virtuellen Internet-Ultras und Foren-Hooligans gegenseitig fast perfekt niveaulos ergänzend”. Auch dagegen arbeiten wir. Wir müssen uns doch nicht ständig öffentlich definieren oder gar für unser Tun rechtfertigen, wir tun es einfach – für die ganze Kurve, zumal auf Ultras.ws ja auch nicht nur deutsche Fans, Kutten, Ultras, Hools unterwegs sind.

Trotzdem steht Ihr aber offensichtlich besonders bei denen, die das Geschehen in den Kurven am aktivsten formen und fördern – nämlich die Gruppen selbst – immer wieder in der Kritik. Nicht wenige Gruppen haben sich öffentlich bereits mehrere Male negativ über Eure Plattform geäußert. Wie setzt Ihr Euch damit auseinander?

Kritik nehmen wir auf alle Fälle erst einmal zur Kenntnis, schließlich lesen wir ja den Tag und auch zuweilen die Nacht über so einiges. Das Niveau von Ultras.ws zu kritisieren, diese Kritik aber manchmal selbst auf eine Art zu publizieren, die eher im Artikulationsbereich eines Vorschülers anzusiedeln ist, zeugt allerdings nicht unbedingt von Reife oder Verständnis. Es kommt schon darauf an, wie sich uns gegenüber kritisch geäußert wird. Einiges mag da ja mitunter durchaus berechtigt sein. Schließlich tauchen in jedem Online-Forum unqualifizierte Beiträge von Usern auf. Da gilt es eben, möglichst zeitnah und sauber die Spreu vom Weizen zu trennen und eine einigermaßen okaye Struktur zu gewährleisten. Gerade in unseren News-Bereichen halten wir uns zu Gute, ziemlich fit zu sein und Berichte sowie Nachrichten nicht ungeprüft stehen zu lassen.

Aber schau Dir mal andere, eher interne, Foren an: Da werden Berichte von so genannten Ultra-Größen geschrieben und man kann schon den Eindruck bekommen, Kritik und Diskussionen seien unerwünscht. Unser Ansatz ist da deutlich breiter gefächert.

Die uns gegenüber immer wieder einmal postulierten Statements von Szene-Gruppierungen, wie beispielsweise “Wer nicht dabei war, sollte sich kein Urteil erlauben”, sind in Zeiten der vernetzten Informationsmöglichkeiten doch einfach irgendwo nur noch kindisch und ebenfalls immer wieder einmal kursierende Boykott-Aufrufe sind noch kindischer – zumal es ja bei weitem nicht so ist, dass wir nur im Internet unterwegs wären.

Und unser Bemühen, die in unserem Forum stattfindenden Diskussionen in einem mehr als nur ansatzweise niveauvollen Rahmen zu halten, kann uns wohl niemand zum Vorwurf machen – jedenfalls stehen wir für Ultras.ws gerade, und gut ist.

Seht Ihr Euch denn selbst als Ultras?

Gegenfrage: Glaubst Du, dass sich Leute, die beispielsweise in der Financial Times schreiben, mit den Finanz-Gebaren über die sie berichten, identifizieren? Da liegt uns als Team – um im bemühten Bild zu bleiben – der Ultra-Gedanke wohl bedeutend näher, als denen die Knete anderer. Aber falls Du darauf anspielst: Wir sind durchweg alle keine Jüngelchen mehr, und jeder von uns hat bis heute durchaus seine eigene mehr oder weniger erlebnisorientierte Vita.

Das klingt beinahe so, als würdet Ihr Euch von vielen Dingen bewusst distanzieren, die die Ultras – oder zumindest die “Ultra-Größen”, wie Du sie nanntest – momentan beschäftigen und die ihren Tagesablauf bestimmen. Ist das so?

Ja, teilweise schon – wenn man sich beispielsweise die politische Einflussnahme bestimmter Gruppen anschaut. Das hat schon in mehreren Situationen auf der Straße oder auch im Internet für Konflikte gesorgt, welche mit dem Sport in keinster Weise zu tun haben. Wir versuchen die Politik bewusst aus unserem Forum herauszuhalten.

Worin besteht eigentlich der Tagesablauf eines Ultra, gute Frage – wohl doch aus Arbeit, Freunden und seinem geliebten Verein. Daran dürfte sich in den letzten Jahren nichts grundlegend groß geändert haben. Zaunfahnen malen und Schals herstellen gehörte auch in den 70iger und 80iger Jahren dazu. Selbst Choreos hat man damals schon versucht, welche aber in der heutigen Zeit aufgrund der besseren Organisation innerhalb der Gruppen deutlich professioneller ausfallen. Und der Kampf gegen die allgemeine Kommerzialisierung treibt uns doch alle irgendwie um, wenn auch auf unterschiedlichen Ebenen. Unser vorrangiges Mittel ist nun mal das Internet. Klar, der mehr als schleichende Kommerz konnte bislang allerdings auch durch den Kampf der Ultras nicht aufgehalten werden. Aber selbst damit können Ultras leben, sonst wäre ja die Ultra-Bewegung längst wieder ausgestorben.

Wir distanzieren uns nicht von Ultra-Größen – warum auch? Allerdings zieht das Forum bei Leuten, die sich nicht an unsere allgemeinen Foren-Regeln halten wollen, eine klare virtuelle Deadline. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Ultra, Hooligan, Kutte oder ganz normalen Fan handelt. Für uns steht die Meinungsfreiheit im Vordergrund, die aber bei Beleidigungen, Pöbeleien und ähnlichem ihre deutliche Grenze hat. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass bei uns so genannte Szene-Größen gesperrt werden, die sich dann später auf ihren eigenen Homepages über uns ausheulen, bisher eben stets leider auf eher niedrigerem Niveau und oftmals mit vielen Widersprüchen in den eigenen Äußerungen.

“Das aktuelle Ultras.ws-Forum gibt jedem Fan die Möglichkeit, sich über die Ultrabewegung zu informieren, aber auch seine Meinung zum Thema zu vertreten”, schreibt die Deutsche Akademie für Fußballkultur über uns. Ganz so abseitig ist diese Aussage gar nicht einmal, trifft sie doch nahezu unseren breiteren Ansatz einer offenen Informations- und Diskussionsplattform.

Ob die Ultrá-Bewegung überhaupt fortbestehen kann, ohne sich politischen Vorgängen zu öffnen und auch wirtschaftspolitische Zusammenhänge zu erkennen und notfalls zu behindern, mag mal dahin gestellt sein. Was hingegen auch immer wieder für Kritik sorgt ist die Werbung auf Eurer Seite. Überflüssig oder gar nicht wegzudenken?

Nein, die Werbung ist leider nicht wegzudenken, da wir mit stetig steigendem Traffic natürlich auch steigende Kosten haben. Gute und moderne Technik für einen reibungslosen Ablauf und hundertprozentige Erreichbarkeit – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, bei bis zu 200.000 Webseitenaufrufen täglich – ist nicht unbedingt billig. Wir benötigen allein dafür jährlich mehrere tausend Euro. Genau wie andere große Webseiten sind wir deshalb vom Geld, sprich den Sponsoren, abhängig. Der Vorteil von Banner- oder Textlinkwerbung ist jedoch, dass kein User tatsächlich Geld dafür zahlen muss. Niemand wird gezwungen, die Werbung zu klicken und die Sponsor-Webseiten zu besuchen. Zudem ist der Content-Bereich für angemeldete User werbefrei und keiner wird beim Schreiben oder Lesen aufdringlich mit Werbeeinblendungen belästigt. Außerdem haben die Sponsoren von Ultras.ws absoluten Content-Bezug und mancher User hat bei Aktionen oder Sonder-Angeboten so auch schon Geld beim Einkauf gespart.

Die Frage klingt schon ein wenig nach “Barfuß oder Lackschuh”. Eins ist doch klar: Ohne Geld funktioniert nun mal in einer kapitalistischen Gesellschaftsform rein gar nichts, noch nicht einmal bei Kommerz ablehnenden Ultras. Choreos, Spruchbänder, Fahnen, Doppelhalter, Buttons, Seidenschals, Fanzines oder Mitfahrgelegenheiten – alles kostet schließlich Geld und selbst der BFU wird ja auch nicht kostenlos angeboten.

Es gab mal Vorschläge zwecks eines Spendenbuttons in unserem Forum, dem wir aber als eingetragene journalistische und steuerzahlende Medien-Firma nicht nachkommen konnten. Dieser fiskalische Verwendungszweck ist in der Bundesrepublik nur Organisationen wie eingetragenen Vereinen vorbehalten (…)

Wenn wir mal in die Zukunft blicken: Welche Ziele habt Ihr dann vor Augen? Wohin soll der Weg führen?

Vielleicht beginne ich bei der Antwort mit einer Ansage von Stromberg aus der gleichnamigen Serie: Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen. Wir sind als Ultras.ws-Team jedenfalls mittlerweile sehr gut sortiert, haben unsere Erfahrungen gemacht, auch aus Fehlern gelernt und blicken alles in allem optimistisch voraus. Aber: Wer sich nicht verändert, läuft Gefahr abzusterben. Es ist im Prinzip wie im Fußball: Wer den Generationswechsel verpasst, ist quasi dem Abstieg geweiht. Dazu gehört im Internet, um in unserem Medium zu bleiben, neben den nachrückenden aktiven User-Generationen auch die sich ständig weiter entwickelnde Kommunikationstechnik (…)

Darüber hinaus wollen wir unser Netzwerk auf nationaler – aber auch auf internationaler – Ebene deutlich weiter ausbauen. Zunächst liegt unser Hauptaugenmerk dabei auf Österreich und der Schweiz, da durch den Vorteil der übergreifenden deutschen Sprache beste Kommunikationsvoraussetzungen bereits gegeben sind. Informationen für das breitere Publikum sind gerade dort noch sehr einseitig und werden hauptsächlich von der bunten Presse gesteuert, die fast gebetsmühlenartig das Bild vom bösen Hooligan projiziert. Dieses Manko wollen wir beseitigen helfen. Vielleicht noch etwas weiter vorausschauend kann man bereits seit einiger Zeit konstatieren, dass wir da in unserem Forum einen doch sehr lebendigen Polen-Thread haben.

Das endgültige Ziel könnte aus unserer heutigen Sicht durchaus ein großes kostenloses soziales Netzwerk mit Berichten, Podcasts, Videos, Bildern, Interviews oder anderweitigen Kommunikationsmitteln der Zukunft werden, wo User begreifen, dass sie fürs Geben auch etwas zurück bekommen, nämlich unzensierte Informationen aus erster Hand. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Und vielleicht bemerkt ja die, wie auch immer geartete, Fan-Szene unterwegs, dass Ultras.ws einfach ein kleiner Bestandteil dieser Szene ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

[BFU: Tim Geideck | UWS: outrider/MOD]

Das Interview wurde exhaustiv in Blickfang Ultra # 11 (Februar 2009) veröffentlicht.

”Lebbe geht weider“ (Dragoslav Stepanović).

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Blickfang Ultra: Saison 2014/15 im Schwanengesang

Wie nähert man sich einem sterbenden Schwan? Wobei ’sterbend’ so richtig nun vielleicht auch wieder nicht ist, ’Schwan’ aber schon, irgendwie. Aber der Reihe nach.

Ein kleines Jubiläum. Der fünfte Saisonrückblick von Blickfang Ultra (BFU). Drittmalig präsentiert im A4-Format. Wie gewohnt hervorragend layoutet und in bester Print-Qualität.

Im Heft vertreten sind 30 Ultra-Gruppierungen, die in bekannter Art und Weise – quantitativ und auch qualitativ durchaus unterschiedlich – aus ihrer Sicht die Saison 2014/15 Revue passieren lassen. Zudem werden im Mittelteil der Publikation eine saisonale TOP 140-Zuschauertabelle sowie ein monatlich gegliederter Jahresrückblick dargestellt. Am Ende des Heftes dokumentiert sind gleichfalls auch das Zaunfahnen-Ranking 2015 sowie die bezügliche “Ewige Tabelle“. Last but not least erfolgt ein kleiner Szeneseitenblick in die Schweiz.

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Aber irgend etwas scheint anders. Die Gruppen-Beteiligung hat sich von vorjährlich noch 47 auf nunmehr 30 dezimiert. Wobei der Osten der Bundesrepublik – im Vergleich von letztsaisonal zehn – aktuell noch mit sieben Wort- und Bildbeiträgen vertreten ist.

Irgend etwas schimmert. Seitens der Herausgeber wurde fast bei jeder Veröffentlichung der Saisonrückblicke die eher polemisch anmutende Frage in den Raum gestellt, “ob es zukünftig überhaupt noch Sinn macht, das Projekt auch im kommenden Sommer zu stemmen“.

Und irgend etwas ist anders. “Einige wird es vielleicht traurig stimmen, andere gar nachdenklich und anderen wird es schlichtweg egal sein, aber das vor euch liegende Pamphlet wird mit großer Wahrscheinlichkeit das letzte seiner Baureihe sein“ (Mirko Otto, “Salut!“ im Heft).

“Wenn ein Schwan stirbt …“ – Der einen oder dem anderen mag diese Textzeile aus einem Klassiker von Karat im Ohr sein.

Vielleicht wäre es für die zuweilen nur noch selbstverliebte Old- und Next-Generation der Ultras an der Zeit, einmal kurz zu schweigen. Und szeneübergreifend die Sonnenbrillen abzusetzen sowie zumindest symbolisch das Basecup zu lüften.

Erschienen ist der bislang letzte Blickfang Ultra Saisonrückblick bereits vor gut einem Monat, gleichwohl für 7,90 Euro bei einem Händler des eigenen Vertrauens nach wie vor erhältlich. Vermutlich wird dereinst auf gewissen Plattformen der Preis für ein “weltweit aktuell kein ähnliches Projekt auf Papier“ (Mirko Otto) das Vielfache betragen, alle anderen BFU-Rückblicke inbegriffen.

Erst wenn etwas nicht mehr da ist, wird mitunter bewusst, was fehlt. Aber das wäre dann schon wieder eine andere Geschichte.

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