Schlagwort-Archiv: BRDDR

MedienScreen # 372 [Eastside?]

[Fundstück] Thomas Zenker (Oberbürgermeister Zittau, parteilos), zitiert in DER SPIEGEL, 5. Juni 2026 –

(…) Ich bin es langsam leid. Ich bin es wirklich leid, für die ostdeutsche Seele immer Verständnis zu haben. Selbst wenn man noch so sehr von Umbrüchen betroffen ist, muss man es doch schaffen, sich von Rassismus, Chauvinismus, Osttümelei, oder schlicht Dummheit abzugrenzen. Ich finde, das kann man einfach verlangen. Permanent mit Verständnis um sich zu werfen, was bringt das? Wir leben hier in einem Landkreis, der mit seiner Lage an zwei Grenzen stark von europäischen Projekten abhängig ist. Und dann wählen über 40 Prozent der Leute bei der Europawahl die AfD. Eine Partei, die explizit antieuropäisch ist. Warum soll ich dafür irgendein Verständnis haben? (…)

MedienScreen # 350 [Words of Christoph Hein. True?]

[Fundstück] Christoph Hein, interviewt in DER SPIEGEL, 5. April 2025 –

(…) Von der DDR wird nichts bleiben. Sie wird vergessen werden wie die Bauernkriege (…) Von der DDR sind zuallererst die Leute geblieben, aber die sterben gerade aus. Noch ein paar Jahre, dann ist die DDR ein völlig abgeschlossenes Kapitel, an das sich kaum noch jemand erinnern wird (…)

MedienScreen # 345 [Frag doch mal die Maus …]

[Fundstück] Alexander Osang, “Betriebsruhe“, DER SPIEGEL, 18. Januar 2025 –

(…) Gerade wurde auf Radio Eins ein BSW-Experte zum einjährigen Jubiläum des Bündnisses Sahra Wagenknecht befragt. Jedes Phänomen produziert sofort einen Experten.

“Es gibt Gerüchte, dass das BSW Geld aus Russland bekommt. Können Sie sich das vorstellen?“, fragte der Moderator. “Möglich wäre das natürlich“, sagte der Experte.

Vor einem Jahr gab es eine Talkshow zur Volksbank Pirna, über die russische Gelder zum BSW geflossen sein sollen. Die Beweise habe ich vergessen, es gab wohl auch keine. Ich weiß aber noch, wie mein Kollege Robin Alexander von der “Welt“ Pirna aussprach. Pierna sagte er. Als handele es sich um den Badeort an der Riviera, wo er als Junge aus dem Ruhrgebiet Urlaub machte. So jedenfalls stelle ich mir das vor, als Experte.

Die Rückkehr des guten alten Westens als Zombie. Pierna. Willkommen zu Hause (…)

MedienScreen # 341 [German History X. Tear down the wall?]

[Fundstück] Alexander Osang, “Westbesuch“, DER SPIEGEL, 2. November 2024 –

(…) Der Ostler, der nach dem Fall der Mauer ein neues Land betrat, ist oft genug beschrieben worden. Wir haben gehört, was er erwartet und was er befürchtet hat, was ihn überraschte, was ihn enttäuschte. Wir kennen seine Jeanshosen, seine Autos, die Frisuren, die Dialekte, die Freudentränen. Mich würde interessieren, woran sich die Westler erinnern, die damals kamen (…)

– Nachschiebsel –

(In: DER SPIEGEL Nr. 47, 16. November 2024 – Faksimile: O.M.)

MedienScreen # 340 [Rock’n’Roll Arena Humboldt Forum?]

[Fundstück] “Udo und die Audianer: Das A-Wort“, politplatschquatsch.com, 1. November 2024 –

(…) Die Kulturkompanien machen vor, wie sich ordentlich im Takt der Zeit marschieren lässt. Udo Lindenbergs “Sonderzug nach Pankow“, im Kalten Krieg ein schelmischer Hit, mit dem der Sänger aus dem VW-Land den DDR-Oberindianer Erich Honecker um ein Date anging, fällt 40 Jahre später unter Rassismusverdacht: Der “Oberindianer“ könne “diskriminierend wahrgenommen werden“. Deshalb soll der offiziell als “I-Wort“ umschriebene Begriff beim Liedertreffen im Berliner “Humboldt Forum“ nicht ausgesungen, sondern durch ein lange gehaltenes “i“ nach “Ober“ ersetzt werden (…)

(…) Lindenberg, als schnoddriger “Panikpräsident“ selbst Erfinder der “Bunten Republik Deutschland“, steht unter Diskriminierungsverdacht. Lindenberg, 78 Jahre alt, steht damit vor einem deutsche, Europa- und Weltrekord: Er ist der einzige lebende Künstler, der sowohl in der kommunistischen DDR-Diktatur als auch in der freiheitlichen Meinungslenkungsgesellschaft der offenen Vielfaltsrepublik zensiert wurde (…)

[Mit Dank & Gruß an PPQ und dortselbst im vollständigen Original.]

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“… und keiner weiß, wohin die Reise geht
… weil der Wahnsinn am Steuer steht …“
[Odyssee, Udo L. (1983)]

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(Screenshot TwitterX: O.M.)