Schlagwortarchiv: Sächsische Zeitung

MedienScreen # 226 [Life is Life]

[Fundstück] Jürgen Tarrach, interviewt in Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 29. August 2019 –

(…) die Haare werden lichter und dünner, die Tabletten, die man morgens einnehmen muss, werden mehr. Doch es gibt zum Altwerden keine Alternative, außer zu sterben.

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MedienScreen # 224 [Östlich eisernes Ost-Berlin?]

[Fundstück] Christoph Dach, “Das Ossi-Gehabe der Unioner nervt – Der kleine Ostklub gegen das Establishment: Wie toll, wie romantisch! Doch wer fällt auf diese Inszenierung noch herein? Eine Abrechnung“, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 16. August 2019 –

(…) Nach dem Aufstieg der Köpenicker in die Bundesliga konnte man überall lesen, welch außergewöhnlicher Verein da neuerdings ganz oben mitmischen darf. Was für eine Sensation das sei, wie romantisch in Zeiten des durchkommerzialisierten Fußballs! Ich habe genug von dieser Verklärung, der Selbstinszenierung, packt die Klischeekeulen wieder ein! Es nervt gewaltig, und zwar seit Jahren! (…)

Wir, die benachteiligten, abgehängten Ossis, gegen die reichen, privilegierten Wessis: Wer fällt noch auf solchen Blödsinn rein? (…)

(…) eine kleine Erinnerungshilfe: Der 1. FC Union trägt das Logo eines luxemburgischen Immobilienunternehmens auf der Brust, dessen zweitgrößter Aktionär ein umstrittener Vermögensverwalter ist (…)

Wie lautet noch Nina Hagens Textstelle in der offiziellen Vereinshymne? “Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen? Eisern Union!“ Passender wäre ein leicht abgewandelter Songtitel Udo Lindenbergs: Märchen aus Ost-Berlin.

Dynamo Dresden. Karlsruhe. UD-Boykott. Sächsische Zeitung – Auskenner

Ach, liebe Sächsische-Heimat-Zeitung; da berichtet ihr am 1. August dieses Jahres in eurer Print-Ausgabe mehr als halbseitig über den – aus Gründen berechtigten? – Boykott-Aufruf der Ultras Dynamo (UD) zum diessaisonal zweiten Zweitligaspieltag beim Karlsruher SC am 3. August im Wildparkstadion.

(ultras-dynamo.de, 23. Juli 2019)

Und euer Sportreporter Daniel Klein stellt sich in besagtem Artikel, mit dem aufmachenden Teaser “Dynamos aktive Fanszene reist nicht nach Karlsruhe. Der Verein begrüßt das, verheddert sich aber bei der Begründung“, selbst unter anderem die Frage –

“Haben Dynamo-Fans schon mal ein Auswärtsspiel boykottiert?“

… um quasi personaliter zu antworten –

“Einen freiwilligen Verzicht gab es bisher nur, wenn ausschließlich personalisierte Tickets für Gästefans verkauft wurden – wie für die Zweitligapartien in Cottbus (Juli 2011) und beim FC St. Pauli (August 2017). Ansonsten wurden die schwarz-gelben Anhänger vom DFB-Gericht zum Fernbleiben verurteilt. Auswärtsspiele mit einem Ausschluss der Gästefans gab es in der Vereinsgeschichte zwei […]“

Ach ja, die Geschichte des Vereins und seiner aktiven Fans …

“[…] Für das Punktspiel in der 3. Liga am 16. Oktober 2010 zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und der SG Dynamo Dresden haben die Ultras Dynamo zu einem Boykott aufgerufen […]“ (Erfurter Preispolitik offenbart Generalverdacht gegen Fußballfans, 14. Oktober 2010)

War da was?

“[…] wurde seitens der Dresdner nicht einmal das sowieso schon reduzierte Kartenkontingent ausgeschöpft. Viele der ansonsten als reiselustig bekannten Dresdner Anhänger waren der Begegnung in Berlin einfach fern geblieben, augen- und ohrenscheinlich auch der Stimmungsmotor Ultras Dynamo […]“ (Der Fußball-Fan als Persona non grata, 10. Mai 2008)

Aber Regionalliga und Drittliga – ja, damals war’s – sind wohl scheinbar nicht mehr im Fokus von Daniel Klein, so vereins- und fangeschichtlich. Herr Klein ist rasenballsportjournalistisch eher erstligareif, mindestens.

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MedienScreen # 221 [Nazi History X. Don’t Speak. Part Six.]

[Fundstück] Anja Besand, Professur für Didaktik der politischen Bildung, Technische Universität Dresden, interviewt in Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 20. Juni 2019 –

(…) tatsächlich sind Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf rassistische, geschichtsrevisionistische oder verschwörungstheoretische Äußerungen häufiger Opfer als Täter. Wir haben zunächst auch angenommen, dass es vor allem Schülerinnen und Schüler sind, die solches Gedankengut in die Schulen hineintragen – aber das stimmt nicht. Entsprechende Zwischenfälle werden nicht nur durch Jugendliche, sondern auch durch Lehrkräfte, Eltern oder andere schulnahe Personen wie Hausmeister oder Verwaltungspersonal ausgelöst und bleiben gerade dann häufig unkommentiert (…)