MedienScreen # 190 [Diego Armando Maradona Franco – Down? Downer?]

[Fundstück] “Diego im Delirium“, Kristof Stühm & Christoph Stukenbrock, ’Im Blickpunkt’ – Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 28. Juni 2018 –

(…) “Ich möchte Euch sagen, dass es mir gut geht“, teilte Maradona am Mittwoch [27. Juni] mit. Zuvor hatte die Welt mit ansehen müssen, dass das nicht stimmen kann. Früher hielten seine Fans den Atem an, wenn Maradona den Ball bekam – heute vor Angst, dass er benebelt von der Tribüne fallen könnte.

Im Stadion in St. Petersburg führte der 57-Jährige ein beklemmendes Trauerspiel auf. Maradona scheint nur noch eine Karikatur seiner selbst zu sein (…)

“Mit Maradona ist der Hunger leichter zu ertragen“, stand auf einem Fanplakat während seiner besten Zeit in Neapel (…)

MedienScreen # 189 [Dynamo Dresden. Birthday. Thoughtful.]

[Fundstück] Henry Boss, “Eine große Liebe, die leider zerbrochen ist“, ’DYNAMO Spezial’, Dresdner Morgenpost (Print-Ausgabe), 12. April 2018 –

(…) Das Kommen und Gehen, die von der Mehrzahl der Spieler lediglich inszenierte Identifikation mit dem Verein, die vergessen ist, sobald ein anderer 50 Cent pro Stunde mehr bietet, die Abschottung von der Außenwelt, das Hochstilisieren der Kicker zu “Helden“, nur weil sie mal das Tor getroffen haben, die Zensur von Interviews, dazu die Überhöhung des Fußballs und dessen Finanzgebaren insgesamt – nein, das alles ist nicht mehr mein Ding (…)

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(RHS, 30. August 2006 – Foto: dehli-news.de)

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Notabene – Des Zitators [OM] erste ’Begegnung der dritten Art’ datiert auf den 12. April 1975 im Rudolf-Harbig-Stadion (RHS).

The Times They Are a-Changin’.

MedienScreen # 188 [Doktor Stuber, übernehmen Sie?]

[Fundstück] Michael Bittner, Kolumne “Besorgte Bürger“, Sächsische Zeitung Online, 23. März 2018, “Feigheit vor dem Volk – Uwe Steimle wird zum Opfer: In Sachsen reichen sich derzeit schlechtes Kabarett und Populismus die Hand.“ –

(…) Es ist für jeden mitfühlenden Menschen traurig anzuschauen, wie Steimle sich in den verbitterten Jammerossi verwandelt, den er früher so komisch und anrührend nur gespielt hat (…)

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MedienScreen # 187 [Ultras. Deadlines. Over the Top?]

[Fundstück] “Braucht Ultrà ein Ende?“, Ein anonymer Leserbrief @ ERLEBNIS FUSSBALL (Print-Ausgabe 73), Februar 2018 –

(…) Es wird weiter gehen und man wird sich weiter biegen und hadern, um dann trotzdem jeden erdenklichen Scheiß zu fressen. Wir haben uns allen irgendwann mal eine rote Linie gezogen. In ferner Zukunft sollte es etwas geben, das für einen unverhandelbar ist. Ganz nach dem Leitspruch: Wenn das so kommt, dann kann ich nicht mehr weitermachen (…) Es wurden besagte rote Linien gezogen, Spitzen von Eisbergen erklommen, um letztendlich zu signalisieren: Bis hierher und nicht weiter! Doch wo die endgültige Konsequenz dann für Ultrà insgesamt liegt, beantwortet ein jeder für sich selbst. Wann kann ich nicht mehr in den Spiegel schauen? Wann muss ich mir eingestehen, dass all das, was früher noch in so “ferner Zukunft“ war, Realität geworden ist? Wann kann ich da nicht mehr hingehen? Und es geht mir nicht darum, mit Ultrà zu brechen und den Samstagabend in der Großraumdisko zu verbringen. Es geht darum, mit den roten Linien umzugehen und seine Konsequenzen zu ziehen – Ultras weiterzuentwickeln. Wie das auszusehen hat, konnte bisher noch keine Szene zeigen. Es scheint mir vielmehr so, dass sich überhaupt kaum eine Szene bisher solche Fragen gestellt hat (…)

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MedienScreen # 186 [’Football Army Dresden’. Ultras Dynamo. Und ein Trabant als solcher.]

[Fundstück] “Durchbruch bei Ermittlungen gegen Ultras Dynamo: Trabi packt aus“, spuckelch.de, 4. Februar 2018 –

(…) Neue Nachrichten dürften in Teilen der Szene von Dynamo Dresden für Unruhe sorgen.

Die Ermittlungsgruppe “Dynamo“ beim Polizeipräsidium Karlsruhe hat einen Durchbruch bei der Verfolgung der Hintermänner des Einmarschs der Dynamoarmee in die badische Kulturmetropole gemacht. Der bei Razzien Anfang Dezember 2017 verhaftete Trabant hat dem Vernehmen nach ausgesagt und seine Mitwisser schwer belastet.

Wie Spuckelch aus Ermittlerkreisen erfuhr, konnten dadurch konkrete Beweise und neue Ansätze gegen die Hintermänner des martialischen Auftritts gewonnen werden.

Wie die Ermittlungen ergaben, hat der Trabi eine militärische Laufbahn absolviert und ist nach seinem Ausscheiden aus der Armee, in die Fußballszene abgerutscht. Dort hat er sich immer stärker radikalisiert und schließlich den Ultras Dynamo angeschlossen. Er kletterte in der Hierarchie schnell nach oben, bis er sich in Karlsruhe sogar an die Spitze der Football Army setzte. Die Ultrafahnder haben keinen Zweifel daran, dass er enge Kontakte in die Führungsebene pflegt und dadurch über umfangreiches Wissen über die Strukturen des Ultras-Dynamo-Clans verfügt.

Ein Insider erklärte gegenüber Spuckelch, man wisse nun näheres über die Organisation des Marsches und das Abbrennen von Pyrotechnik.

So hätten hochdekorierte Ultrapaten Bengalos und Tarnkleidung beschafft. Dies geschehe allerdings meist über Mittelsmänner bei Versandhandel und Post. Sie selber würden sich die Hände nicht schmutzig machen, sondern beispielsweise die Tarnkleidung bei einem Firmengeflecht in Auftrag gegeben. Diese Unternehmen seien dann für Stoff und Farbe bezahlt worden.

Weiter sollen ranghohe Ultras von dem Trabi belastet worden sein, dazu aufgerufen zu haben, die Tarnkleidung anzuziehen. Über so genannte Verteiler gelangten die Camouflage-Nickis in den Besitz der Fußsoldaten. Um die Hemmschwelle zu senken, wurden sie in vielen Fällen mit Alkohol gefügig gemacht.

Eigentlich gilt in diesen Kreisen das Gesetz des Schweigens. Was den Trabant zu dem Tabubruch veranlasste, entgegen der Gepflogenheiten der Szene mit der Polizei zu kooperieren, ist nicht bekannt. Es wurde aber bislang nicht dementiert, dass ihm damit gedroht wurde, ihn lila-weiß zu streichen.

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Mit Dank & Gruß an den Spuckelch und dortselbst im Original.

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