Archiv der Kategorie: FoundPieces

MedienScreen # 178 [Dynamo Dresden. (Ex)Capo. Personality Cult?]

[Fundstück] Interview KREISEL, 3. Dezember 2017 –

“(…) Dieser Personenkult geht mir ehrlich gesagt auf die Ketten (…)“ [S.L.]

[Rudolf-Harbig-Stadion, März 2014 – Foto: dehli-news.de]

MedienScreen # 177 [’Football Army Dresden’. Razzia.]

[Fundstück] ”Großrazzia bei Dynamo-Fans”, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 6. Dezember 2017 –

(…) Die Polizei durchsucht 35 Objekte von 28 Beschuldigten. Sie sollen im Mai die “Football-Army“ in Karlsruhe angeführt haben (…)

(…) Die Aktion erzielt die gewünschte Aufmerksamkeit, ob sie jedoch ein Schlag gegen kriminelle Fußball-Schläger ist, darf bezweifelt werden. Die Zahlen im Zusammenhang mit den Durchsuchungen in der Fanszene von Dynamo Dresden am Dienstagmorgen erscheinen dramatisch hoch: 31 Objekte in Dresden sowie je eines in Zwickau, Brandenburg, Baden-Württemberg und in Basel/Schweiz, 28 Beschuldigte, knapp 400 Polizeikräfte und drei Staatsanwälte. Die Ermittler aus Karlsruhe laden zur Pressekonferenz in Dresden ein. Ein ungewöhnlicher Vorgang (…) [“So lief die Dynamo-Razzia ab“, sz-online.de, 5. Dezember 2017]

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“… Anlässlich des Zweitligaspiels von Dynamo Dresden beim Karlsruher SC wurden 15 Polizeibeamte und 21 Ordner verletzt. Auf Nachfrage … erklärte die Polizei Karlsruhe nun, dass keiner der Beamten schwer verletzt oder stationär im Krankenhaus behandelt werden musste.

Bei den 15 verletzten Polizeibeamten handelte es sich demnach durchweg um Knalltraumata, die durch zahlreiche Böller ausgelöst wurden, die von Dynamo Fans geworfen worden sein sollen. Schwindel und Gleichgewichtsstörungen können Symptome eines solchen Knalltraumas sein. Laut aktuellen Informationen des Pressesprechers der Polizei Karlsruhe, Martin Plate, liegen bisher jedoch keinerlei Krankmeldungen von Polizeibeamten wegen der Vorfälle beim Gastspiel von Dynamo Dresden in Karlsruhe vor. Einzelne Beamte hätten sich ärztlich behandeln lassen, seien aber dienstfähig geblieben. Die Verletzungen zogen sich alle der 15 Polizisten laut Polizeiangaben auf dem Fanmarsch oder am Eingangsbereich zum Gästeblock zu …

Die schwerste Verletzung des Spieltags hat sich hingegen ein Polizeibeamter zugezogen, der nach dem Spiel beim Verladen eines Polizeipferdes von dem Tier angegangen und am Kopf verletzt wurde. Dies erklärte Pressesprecher Plate … An diesem Vorfall war kein Fußballfan beteiligt …“ [faszination-fankurve.de, 17. Mai 2017].

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Die Großrazzia gegen die Dresdner Ultra-Szene wirft Fragen auf. Für Ermittlungen wegen Landfriedensbruch war der Polizeieinsatz merkwürdig überdimensioniert [“Razzien gegen Dynamo-Fans – Böller, Pyrotechnik, Schlagring“, Christoph Ruf, SPIEGEL ONLINE, 11. Dezember 2017].

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  • Banner in ganz Deutschland! Das halten die Fußballfans von der Razzia bei Dynamo [Dresdner MoPo Online, tag24.de, 11. Dezember 2017]
  • “Fußballfans als Staatsfeind Nr.1?“ – Ein Kommentar [faszination-fankurve.de, 11. Dezember 2017]

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War der Versuch des Berliner Polizeipräsidenten, generell allen Anhängern von Dynamo Dresden den Zutritt zum Regionalliga-Spiel bei Union Berlin zu untersagen, ein nur vorerst geplatzter Testballon für zukünftige Szenarien? [“Der Fußball-Fan als Persona non grata“, 10. Mai 2008].

MedienScreen # 176 [Nazi History X. Don’t Speak. Part Two.]

[Fundstück] Kay Sokolowsky, “Auf kein Wort“, konkret, 12/2017 –

(…) Warum sollte ein aufgeklärter Mensch nicht mit Nazis reden? Jedes Gespräch ist zivilisierter als ein Faustkampf, jede Debatte vernünftiger als ein Krieg. Weshalb soll es da verwerflich sein, mit Nazis zu reden? Die Verweigerung des Dialogs bedeutet doch das Ende der Aufklärung, der Demokratie. Wieso nicht zumindest probieren, mit jenen zu sprechen, die ihr Heil bei Nazis suchen? Ohne den Austausch widerstreitender Meinungen gäbe es nur noch Streit und den Wunsch der Parteien, einander auszutilgen. Wie können zivilisierte Menschen dagegen sein, einfach mal zu reden?

Solche rhetorischen Fragen mit lauter falschen Antworten gehen zur Zeit durch Medien und Politik (…)

(…) Wir müssen, sagt die Verfassung, die Nazis hetzen lassen. Zur Hatz tragen müssen wir sie nicht. Wir haben sie beim Wort zu nehmen, unbedingt. Aber sonst? Kein Wort.

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MedienScreen # 175 [DeutschNeuOst. VolxPilz?]

[Fundstück] Alexander Osang, “Kahler Krempling“, DER SPIEGEL, 21. Oktober 2017 –

(…) Je weiter man nach Osten kommt, desto hemmungsloser wird die Liebe zum Pilz. Der Kahle Krempling ist gegart wohlschmeckend, kann aber noch Jahre nach seinem Genuss zu tödlichen Vergiftungen führen, so steht es in meinem DDR-Pilzführer. Mehr muss man über den wilden Osten nicht wissen. Kahler Krempling klingt fast wie ein westdeutsches Synonym für den Ostmann. Leute, die so was gegessen haben, wählen nicht zwangsläufig Volksparteien (…)

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Post Scriptum – Charlie …?

MedienScreen # 174 [Marcel Reif. Dynamo Dresden. Red Bull Leipzig. Sexy sells?]

[Fundstück] “Die Wahrheit über unsexy Dynamofans“, spuckelch.de, 1. November 2017 –

(…) Wir Dynamofans sind nicht sexy. Das eröffnete uns Sexbombe Marcel Reif – die Pamela Anderson der Fußballkommentatoren.

Genauer gesagt, seien wir für Investoren wie Red Bull zu unsexy, weil wir mit Knüppel ins Stadion gehen und alles kaputt schlagen würden. Der investitionswütige Milliardär werde eher von Leipzig erregt. Weil dort die Menschen nur mit Schal ins Stadion gehen. Klingt ja auch sehr heiß.

Das macht mich und Millionen Dynamofans betroffen. Lasst uns einen Moment unsere Knüppel aus der Hand legen und in uns gehen. Dank des reifen Marcels ist uns nun klar, warum unser sehnlicher Investorenwunsch bisher unerfüllt blieb. Jetzt wissen wir, warum wir seit Jahren vergeblich darauf warten, benutzt zu werden, warum uns noch kein alter Geldsack ficken wollte.

Bisher fand ich mich und eine ganze Menge Mitfans eigentlich ganz geil. Aber das ist nicht so. Wir müssen aufhören, den romantischen Traum zu leben, in dem eines Tages eine adrette Abrissfirma oder ein kräftiger Knüppelproduzent kommt, der uns so liebt, wie wir sind. Der mit uns alt werden will.

Im Leben zählt nur, wer sexy ist. Von inneren Werten kann man sich genau so wenig kaufen, wie von Tradition. Damit wir endlich auch mal wieder Millionentransfers in Dresden kommen und gehen sehen und Weltstars in der Champions League auf unserem heiligen Rasen auflaufen, müssen wir umdenken. Der Marcel weiß, was alte reiche Geschäftsmänner sexy finden. Kurzer Rock, tiefer Ausschnitt, wenig Meinung, dafür viel geiles Kichern über die Witze des Geldgebers. Also los, Leute machen wir uns zur Fame Bitch. Denn wer will denn nicht ein Leben im goldenen Käfig finanziert bekommen?

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Mit Dank & Gruß an den Spuckelch und dortselbst im Original.

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(…) Reif, der bis Mitte 2016 für den Pay-TV-Sender Sky Spiele der Bundesliga und Champions League kommentierte, glaubt auch zu wissen, warum potenzielle Geldgeber ihre überschüssigen Millionen eher in die Messe-, als in die Landeshauptstadt scheffeln.

“Die Bude ist voll, die Leute benehmen sich, sie kommen mit Schal ins Stadion und nicht mit Knüppeln“, sagte Reif: “’Fans’ wie in Dresden, die die Dinge kurz und klein hauen, sind nicht sexy für einen Investor.“ (…) [Dresdner Morgenpost, tag 24.de, 1. November 2017]