Schlagwort-Archive: 1. FC Union Berlin

Tore. Tore. Tore?

Hallo, Kolleginnen und Kollegen von nt-tv Der Nachrichtensender. Seid ihr vielleicht auf irgendeinem Vergangenheitsbewältigungstripp? So à la, die im Osten haben ja nichts, nicht mal Tore …

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… und jetzt zählen wir – bundesrepublikanisch längstens vereint – gemeinsam mit der Praktikantin oder dem Praktikanten einmal nach, mehr oder weniger torspektakelmäßig …

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(n-tv, Screenshots: O.M.)

… also eher weniger torspektakelmäßig. Scheint es. 0:0 geht okay. Aus eurer Sicht. Vielleicht.

Die im Osten haben ja nichts. Nicht mal Tore. Jedenfalls nicht headlinemäßig bei nt-tv Der Nachrichtensender. Helau?

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(fussballdaten.de, Screenshot: O.M.)

Sport1 schaut hin. Und berichtet Fußball. Oder irgend etwas.

Was bleibt nach dem Zweitliga-Duell am Abend des 15. August zwischen 1. FC Union Berlin und Dynamo Dresden im Stadion An der Alten Försterei in Erinnerung? Neben dem Ergebnis von 2:2 (0:1) auf dem Rasen?

True words –

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“Es gibt Leute, die keine Ahnung davon haben, dass sie keine Ahnung haben“ (Willy Meurer).

More true words –

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(Screenshots Twitter: O.M)

MoPo beleidigt einige Ost-Vereine. Aber nur fast.

“Silly beleidigt Leipzig-Fans“ titelt die Dresdner Morgenpost vom Tage zum “Eklat bei RB-Aufstiegsfeier“ am zurückliegenden Pfingsmontag. Als Erklärung auf der Frontseite der Zeitung –

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(Titelseite Dresdner Morgenpost, 17. Mai 2016, Ausschnitt – O.M.)

Doch titelseitig gesehen ist das eben nur ein Teil der Wahrheit. Und ausgerechnet allein Dynamo Dresden muss dafür herhalten. Genauer betrachtet war der Auftritt von Silly in Leipzig doch viel bunter. Und hätte sich so auch als Aufmacher nicht übel gemacht.

Schließlich trat Sängerin Anna Loos in einer Obertrikotage vom 1. FC Union Berlin auf. Keyboarder Ritchie Barton war mit einem Leibchen des 1. FC Magdeburg bekleidet. Gitarrist Uwe Hassbecker hatte ein Dress vom FC Hansa Rostock übergestreift. Und, ja, Bassist Jäcki Reznicek stand in einem Trikot von Dynamo Dresden auf der Bühne. Last but not least saß Ronny Dehn im Rote-Bullen-Shirt am Schlagzeug.

Angemerkt sei, dass der Dresdner Morgenpost dann im Innenteil die Ausgewogenheit in aller Bandbreite der mannschaftsfarblichen Darstellung über RasenBallsport Leipzig hinaus gelingt. Zitatenreich garniert –

“Wir sind ja für den Fußball im Osten. Und dafür, dass die Menschen jeden Tag kämpfen. Manche Mannschaften müssen ein bisschen mehr kämpfen und haben weniger Geld. Für all die sind wir hier“, erklärte Loos nach dem Auftritt im MDR.

Für die Pfiffe hatte sie kein Verständnis: “Wir dachten, wir spielen hier für die ostdeutschen Fußballmannschaften. Jetzt ist das eine Aufstiegsfeier von RB Leipzig. Wenn die keinen Spaß verstehen, dann sind sie selber Schuld.“ (Dresdner Morgenpost, 17. Mai 2016)

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(Online vorab differenzierter. MoPo24.de, 16. Mai 2016 – Screenshot: O.M.)

Und übrigens nicht nur nebenbei: Chapeau!, Silly.

1. FC Union Berlin: Testspiel unter Pyro-Beleuchtung abgebrochen

In zwei Wochen startet die 2. Bundesliga aus ihrer diessaisonalen Punktspiel-Winterpause. Am 8. Februar empfangen die Unioner dann Dynamo Dresden im heimischen Stadion An der alten Försterei.

In der Vorbereitungsphase auf den Punktspielauftakt wollte der 1. FC Union Berlin am 25. Januar in Stockholm gegen den dort beheimateten Klub Djurgårdens IF fußballerisch testspielen. Doch was stimmungstechnisch durchaus euphorisch empfunden anfing – “Die Stimmung ist prächtig. Beide Seite machen hier richtig Alarm!“ [Union-Liveticker] – kippte dann, sich vom Vorfeld dieses Testspiels quasi wie ein roter Handlungsfaden weiterentwickelnd, letzendlich ins beabsichtigte (?) Gegenteil und endete schließlich mit einem Spielabbruch.

Unterdessen kursieren auf Video-Plattformen sowie in einschlägigen Online-Foren mehr und mehr Aufnahmen vom Geschehen rund um besagte Partie und die Randereignisse.

Anhand auszugsweise leicht redigierter Schilderungen aus dem Liveticker des 1. FC Union Berlin sei es erlaubt, den Nachmittag in Stockholm dokumentarisch nachvollziehbar darzustellen –

(…) [Vor dem Spiel] Keine schönen Szenen jetzt. Fans beider Lager stürmen den Platz. Im schwedischen Block wurde ein Banner eines fast in Vergessenheit geratenen Fußballvereins aus Berlin-Hohenschönhausen hochgehalten. Unschöne Provokation – rechtfertigt natürlich nicht die Reaktion unserer Fans (…)

(…) [Vor dem Spiel] Die Situation beruhigt sich ein wenig. Jetzt ist natürlich die Frage, woher dieses ominöse Banner stammt. Sind etwa nicht nur Unioner aus Berlin angereist? (…)

(…) [Vor dem Spiel] Da kommen die Mannschaften. Sieht so aus, als ob es jetzt losgehen wird. Sehr schön. Jetzt ist das auch die Stimmung, die zu so einem Fußballspiel gehört. Auf beiden Seiten gibt es eine Choreo (…)

(…) [Vor dem Spiel] Nochmals zur Erklärung der unschönen Szenen vor wenigen Minuten: Leider gehen wir stark davon aus, dass sich ein paar Unverbesserliche aus Berlin-Hohenschönhausen auf den Weg gemacht haben, um hier zu stören. Daraufhin sind ein paar Union-Fans auf den Platz gestürmt. Das wiederum veranlasste die DIF-Fans, ebenfalls auf den Platz zu stürmen. Die Einsatzkräfte hatten die Situation jedoch schnell unter Kontrolle (…)

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(Gruß aus Hohenschönhausen? – Screenshot: O.M.)

(…) [1. Minute] Anpfiff der ersten Hälfte – Los geht’s. Die Partie läuft endlich!

[3. Minute] Wahnsinn! Freundschaftsspiel, und hier ist eine Stimmung wie beim WM-Finale – nur besser! (…)

(…) [6. Minute] Was für ein wunderschöner Treffer von Chrissi!!! Tusche [Torsten Mattuschka] mit dem Eckball auf den langen Pfosten. Chrissi [Christopher Quiring] steht völlig frei und nimmt die Kugel aus vollem Lauf. Direkt in die untere linke Ecke. Keine Chance für den Keeper. Traumtor! (…)

(…) [20. Minute] Hier entwickelt sich ein richtig gutes Spiel. In jeder Aktion steckt viel Intensität. Beide Teams spielen mit offenem Visier und suchen ihr Glück in der Offensive (…)

(…) [46. Minute] Anpfiff der zweiten Hälfte. Das Spiel geht weiter. Erneut ist dieses unsägliche Banner in der anderen Ecke des Stadions zu sehen. Diesmal bleibt es vergleichsweise ruhig in unserem Block (…)

(…) [52. Minute] Das Spiel ist kurz unterbrochen. Warum wohl? Ein paar aus dem Union-Block wollen allem Anschein nach die Sache mit dem Banner “klären”. Da der Weg über das Feld vorhin nicht geklappt hat, suchen sich die Jungs andere Wege. Aber die Polizei scheint jedoch alles unter Kontrolle zu haben.

[57. Minute] Das Spiel läuft wieder (…)

(…) [64. Minute] Trotz der unschönen Szenen an dieser Stelle nochmal ein Kompliment. Die Stimmung ist für ein Testspiel wirklich fantastisch. Auch was die Heimfans für Stimmung machen, nötigt uns hier oben den höchsten Respekt ab (…)

(…) [69. Minute] Da ist der Ausgleich. Roberto sieht sich Erton Fejzullahu und Aleksander Prijovic gegenüber und kann nicht verhindern, dass sich beide gemeinsam gegen ihn durchsetzen. Fejzullahus’ Schussversuch kann Klinge noch parieren, aber Prijovic drückt die Kugel im Nachschuss über die Linie.

[73. Minute] Das Spiel ist mal wieder unterbrochen. Das ist echt scheiße. Langsam wird es langweilig. Die DIF-Anhänger zünden nach dem Ausgleich Pyro. Die Unioner lassen sich natürlich nicht bitten und machen mit. Wir glauben nicht, dass es hier jetzt noch weitergeht. Sehen kann man hier unter dem Hallendach nicht mehr viel. Dichter Nebel zieht hier durch die Arena. Soeben versuchten die DIF-Fans den Platz zu stürmen, kamen jedoch nicht weit. Das ist wirklich traurig. Wird wohl unser letztes Testspiel in Schweden gewesen sein. Beide Fanlager bekleckern sich hier nicht mit Ruhm. Jetzt ist es offiziell. Das Spiel wurde in der 73. Minute abgebrochen. Damit verabschieden wir uns aus Stockholm. Schade, dass es so enden musste [fc-union-berlin.de/ticker (*)].

[Dieser Artikel wurde am 25. Januar 2014 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]

(*) Der zitierte Liveticker zur Begegnung Djurgårdens IF vs. 1. FC Union Berlin steht seit 26. Januar 2014 am angegebenen Ort online nicht mehr zur Verfügung.

Erste Reaktionen auf Polizei-Gewaltexzesse bei Hansa Rostock vs. Union Berlin

Nur wenige Stunden nach den Krawallen beim Ostderby zwischen dem FC Hansa Rostock und dem 1. FC Union Berlin gibt es – zum Teil erstaunliche – öffentliche Statements zu den Vorfällen am 24. Februar in und um das Ostseestadion. Wie berichtet wird, hat außerdem in Rostock fast umgehend bereits am Morgen des 25. Februar ein erstes Auswertungsgespräch um die Geschehnisse am Vorabend zwischen Verein und der Polizei stattgefunden.

Wie der FC Hansa Rostock nach diesem Gespräch auf seiner Website mitteilt, sei “der Polizeieinsatz (…) anders geplant“ gewesen. Und weiter: “Laut Rostocker Polizei-Chef Peter Mainka sollten sich die Beamten im Hintergrund halten. Durch ’individuelle Fehlleistungen einzelner Polizisten’ (O-Ton Mainka) konnte dieses Konzept jedoch nicht umgesetzt werden“. Darüber hinaus habe der Verein das im Stadiongelände beim Veranstalter liegende Hausrecht “auf Grund der polizeilichen Maßnahmen (…) nicht wahrnehmen“ können. “Im Gespräch mit der Polizei machte Peter Mainka deutlich, dass es dafür keinen Grund gab. Daraus entstand eine Situation, die nicht akzeptabel war. Das Fanverhalten war nicht der Auslöser für diesen massiven Polizeieinsatz.“ – “So ein Spiel habe ich noch nie erlebt“, formulierte es ein Augenzeuge im ultras.ws-Forum.

Das “Konzept der strikten Fantrennung“, so jedenfalls im ersten offiziellen Polizeibericht, “wurde beibehalten“. Immerhin “bedauern“ Polizei – “Glanzvoll (…) in Sachen Desorientierung und Planlosigkeit“ [turus.net] – und auch der FC Hansa Rostock mittlerweile “die Vorkommnisse“.

[Dieser Artikel wurde am 25. Februar 2010 bei Ostfussball.com veröffentlicht.]