Archiv der Kategorie: CulturalScene

Ultras Dynamo: Sogenannte Fans

Ein Knaller von UD, unbestritten. Als Druckwerk. Und noch dazu pünktlich zum diesjährigen Jahresendgeschäft der gewogenen Gemeinde dargeboten: “Die Chronik zu 18 Jahren Ultras Dynamo“. Ein Bildband.

(Schwarz-Gelber Blockbuster – Foto: O.M.)
Einige Eckdaten: 652 Seiten; 850 Bilder; Format 24,5 x 32 Zentimeter; Gewicht 4,8 Kilogramm – und wahrlich gewichtiger Inhalt. Sogar eingeschworen aktiven Fans von Dynamo Dresden mag einiges an den, zugegeben knapp gehaltenen, Anekdoten rückblickend neu gewesen sein. Mehr als nur andeutend bebildert mitunter. Auch für diejenigen, die nicht dabei waren.

(…) Ist es trotzdem ein Bildband für die ganze Kurve?

Ohne Wenn und Aber, ja. Wir denken, dass uns ein guter Mix aus unveröffentlichten und sehr bekannten Bildern gelungen ist (…)

[Interview zum Buch @ sogenanntefans.ultras-dynamo.de]

Das Werk bewegt – zudem in vorzüglich gedruckter Qualität – emotional einiges. Ohne Frage. Retrospektiv. Ja, es war einmal. Was bleibt? “… Wehmut nach den alten Zeiten …“? (Scotch, ’Blut und Schmerz’). The Times They Are a-Changin’ …

Angemerkt sei noch: Über den Zahlencode des Erscheinungstermins von “Sogenannte Fans – Die Chronik zu 18 Jahren Ultras Dynamo“ an genau einem 13.12. – à la All Colours Are Beautiful – könnten Verschwörungstheoretiker gemeinschaftlich ebenso fabulieren, wie über anderes auch. Whatever.

Post Scriptum – Nach aktueller Ansage von Sogenannte Fans ist das Buch “bis auf weiteres ausverkauft“.

[Scotch, ’Blut und Schmerz’ @ Elbkaida TV, YouTube.com, 27. März 2016]

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(Twitter, 8. Februar 2019, 02:19 Uhr – Screenshot: O.M.)

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(Gesehen @ sogenanntefans.ultras-dynamo.de, 27. Februar 2019 – Screenshot: O.M.)

Rolf Hoppe. Gracias.

Hey, du hast einst in Weiße Wölfe als James Bashan den Weitspähenden Falken gemeuchelt. Haben wir dir echt übel genommen. Damals. Geschluchzt haben wir. So bissel. Um Gojko. Cineastisch. In jenen jungen Tagen.

Und nun bist du gegangen, Rolf Hoppe. Nicht nur bühnenbildlich.

Ich habe dich immer gern gesehen, dir zugeschaut. Ja. Öfter. Mephisto. Klar. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Auch. Und sehr gern auf Schloss Weesenstein, fast privat, mehrmals. Unvergessen …

(Sächsische Zeitung, 17. November 2018 – Faksimile: O.M.)

… wie gesagt.

(Rolf Hoppe, 6.12.1930 – 14.11.2018)

Mach’s gut, Meister Röckle.

MedienScreen # 196 [Architecture as life]

[Fundstück] Ole Scheeren, zitiert in DER SPIEGEL, 29. September 2018 –

(…) Architektur ist mehr als gebaute Materie, sie hat so viel mit unserem Leben zu tun (…)

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ES geht weiter? Saisonrückblick 2017/18 von Blickfang Ultra.

Was war da nicht alles zu lesen in den letztjährlichen Saisonrückblicken von Blickfang Ultra (BFU), die ja schon seit geraumer Zeit immer wieder publiziert werden …

“… Mal sehen, ob wir in einem Jahr einen erneuten Versuch wagen …“ [BFU-Saisonrückblick 2011/12, Vorwort].

“… Ich persönlich sehe es zumindest nicht als meine Aufgabe an, Richter darüber zu spielen, wer gut und schlecht ist. Das sollen andere machen. Ich merk selber immer mehr, wie mich dieses überhebliche Getue von manchen Gruppen oder auch Einzelpersonen nervt …“ [BFU-Saisonrückblick 2012/13, Vorwort].

“… ob es zukünftig überhaupt noch Sinn macht, das Projekt auch im kommenden Sommer zu stemmen. Aus derzeitiger Sicht natürlich noch gar nicht zu beantworten, mal schauen und abwarten, was die Zukunft so bringt. Jetzt aufzugeben und dem schnelllebigen Internet das Feld zu überlassen, wäre aber ja auch eigentlich doof und entspricht nicht dem Naturell eines Ultras …“ [Mirko Otto, ’Salut!’ im BFU-Saisonrückblick 2013/14].

“… Einige wird es vielleicht traurig stimmen, andere gar nachdenklich und anderen wird es schlichtweg egal sein, aber das vor euch liegende Pamphlet wird mit großer Wahrscheinlichkeit das letzte seiner Baureihe sein …“ [Mirko Otto, ’Salut!’ im BFU-Saisonrückblick 2014/15].

“… Wie sich die Sache zukünftig gestaltet, sprich, ob es auch im kommenden Sommer eine Fortsetzung geben wird, ist im Moment noch offen …“ [Mirko Otto, Intro im BFU-Saisonrückblick 2015/16].

“… Ja, es geht weiter, zumindest vorerst …“ [Mirko Otto, ’Hallo’ im BFU-Saisonrückblick 2016/17].

Und nun – fast ankündigungslos – ist ES da, der Saisonrückblick 2017/18 von Blickfang Ultra.

Allein schon das Titelcover ist – wie bisher eigentlich fast ununterbrochen – durchaus schick, andeutungsvoll, kann aber jenes aus dem Vorjahr kaum toppen. Was in den Folgejahren, so lange es diesen BFU-Saisonrückblick noch geben sollte, sowieso schwerlich zu fabrizieren sein wird. Aber die Geschmäcker sind ja verschieden.

Und der Inhalt? Wie immer: Prächtig. Lesenswert.

Bundesdeutsche Ultra-Szenen schildern ihre Sicht der Dinge, sowie – wohl erstmalig so praktiziert – Gruppen aus benachbarten Ländern ebenso.

Das ganze gedruckte Teil ist letztendlich auch von den Bildern her sehr sehenswert. Allerdings hat die Layout-Abteilung in der diesjährigen Ausgabe hier und da bei der Schriftsetzung wohl etwas flüchtig gewerkelt, leider. Schade.

Dem, wie gewohnt, qualitätsmäßig bestens gedruckten Erzeugnis seien solche Kleinigkeiten allerdings gern verziehen. Einmalig, so wie es ist. Immer noch. Und immer wieder?

“… Ich wünsche allen Lesern vergnügliche Stunden beim Lesen des monumentalen Gesamtwerkes. Wir hören … voneinander … spätestens in einem Jahr zur neuerlichen Auflage des Saisonrückblicks …“ [Mirko Otto, ’Vorwort’ im BFU-Saisonrückblick 2017/18].

Und, nur mal so angemerkt, bei einer Händlerin/einem Händler des eigenen Vertrauens ist Blickfang Ultra Saisonrückblick 2017/18 garantiert noch vorrätig. Es lohnt sich.

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MedienScreen # 193 [Sommerhit 2018? Bella Ciao …]

[Fundstück] Michael Schilling, Rubrik “krieg & frieden“, konkret, 9/2018 –

(…) 2018. Ein Blogwart ruft im Internet den “offiziellen Sommerhit“ aus: “Bella Ciao“. Der Firma GfK Entertainment, die im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie so was ermittelt, gefällt besonders, dass der Titel “eine eingängige Melodie“ hat und “Urlaubsstimmung verbreitet“.

Bis zum Frühjahr 2018 galt “Bella Ciao“, ursprünglich das Klagelied italienischer Reispflückerinnen, als Hymne der Resistenza. Ihr Text ist einer Frau gewidmet, die einen Partisanen bittet, sie vor den todbringenden Schwarzhemden in die Berge zu bringen, ins Gebiet der Freiheitskämpfer: “O partigiano , portami via, ché mi sento di morir“: Das Video des Sommerhits illustriert die Szene mit “aufgeknöpften Hemden, hochhackigen Schuhen und kurzen Kleidern“. Ein Sommerhit, sagt die Firma, “muss kommerziell sein, muss am Ballermann, auf Abi-Reise und im Club auch nach fünf Bier noch gleichermaßen funktionieren. Bella Ciao im elektronischen Remix erfüllt all diese Kriterien.“ (…)

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[Bella Ciao, Hannes Wader @ YouTube.com]