’Football Army Dresden’. Police raid. One year later.

Am Morgen des 5. Dezember 2017 durchsuchten Polizeikräfte im Zuge der eigens gebildeten ’Ermittlungsgruppe Dynamo’ Wohnungen sowie Geschäftsräume in Sachsen und darüber hinaus.

“Die Maßnahme, heißt es später von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, sei gleichzeitig vollzogen worden und richte sich gegen 28 Tatverdächtige aus der Fanszene von Dynamo Dresden. Sie wurden als die Organisatoren des Fanmarsches vom Mai 2017 in Karlsruhe ausgemacht, bei dem rund 2000 Anhänger als ’Football Army Dynamo Dresden’ in Tarnkleidung dem Deutschen Fußball-Bund plakativ wie demonstrativ den Krieg erklärten,“ schaut die Sächsische Zeitung in ihrer Print-Ausgabe genau am Jahrestag zu den damaligen Razzien zurück.

Ein Kalenderjahr später nach besagter Durchsuchungsaktion jedoch fehlt es “an vorzeigbaren Ergebnissen. ’Die Verfahren sind alle noch am Laufen, es gibt weder Einstellungen noch Anklagen’, sagt [Staatsanwalt] Wagner auf Nachfrage (…), konkretere Aussagen seien nicht möglich. Nur soviel: ’Die Auswertung geht dem Ende entgegen, die polizeilichen Ermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss’“, so zitiert aktuell die Sächsische Zeitung.

[BILD Sport via Twitter – Screenshot: O.M.]
Abgesehen davon – hat der Trabi, als vermummtes Panzerchen, seine ultrageheimen Geheimnisse unterdessen eigentlich preisgegeben? Geht es ihm gut? Ist er mittlerweile in Freiheit?

(…) der Trabant [sei] vorerst weiter beschlagnahmt [Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 17. März 2018].

… und nicht nur dahingehend – Fragen über Fragen.

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MedienScreen # 199 [Fußballfans. Menschenrechte. What the hell?]

[Fundstück] Amnesty International Online, 7. November 2018 –

(…) Auch für Fußballfans gelten Menschenrechte wie das Verbot unmenschlicher Behandlung, das Recht auf Freiheit und das Recht auf Versammlungsfreiheit (…)

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Dynamo Dresden, auswärts. Köln zittert, wieder.

Damals, vor fast genau sechs Jahren, war’s – 1. FC Köln vs. Dynamo Dresden: BILDer-Rätsel vorab

Geschichte wiederholt sich nicht?

[koeln.de – Screenshot: O.M.]
[report-k.de – Screenshot: O.M.]
[Kölner Stadt-Anzeiger Online – Screenshot: O.M.]
[BILD Sport via Twitter – Screenshot: O.M.]
[Kölnische Rundschau Online – Screenshot: O.M.]
[Twitter – Screenshot: O.M.]
[Kölnische Rundschau Online – Screenshot: O.M.]
[Twitter – Screenshot: O.M.]
… Geschichten über Geschichten.

(…) Die Verantwortlichen der SG Dynamo Dresden haben den Auftritt der Kölner Polizei auf einer Pressekonferenz am Freitag mit großem Unverständnis zur Kenntnis genommen. Die Veranstaltung fand im Vorfeld des Zweitliga-Spiels zwischen dem 1. FC Köln und der SGD statt, welches am Samstag, dem 10.11.2018, um 13 Uhr, im Rhein-Energie-Stadion angepfiffen werden wird. Unter den 50.000 Zuschauern im Stadion werden rund 5.000 Dynamo-Fans von der Kölner Polizei erwartet.

Auf der Pressekonferenz der Polizeibehörde in Köln wurde unter anderem der Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), mehrerer Wasserwerfer, Pferde, Polizeihunde sowie “das konsequente polizeiliche Durchgreifen“ von mehreren Hundertschaften angekündigt (…)

[“Bitte lasst euch nicht provozieren.“, dynamo-dresden.de, 9. November 2018, 18:33 Uhr]

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Hooligans Elbflorenz. Leben im Dresdner K-Block?

Am Abend des 18. September dieses Jahres weilte Peter Lames (SPD), seines Zeichens amtierender Sportbürgermeister der sächsischen Landeshauptstadt, im Dresdner Stadion an der Lennéstraße. Bei besagtem Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Hamburger SV (0:1) “konnte er mit anderen verkünden, dass die Fans sich für Rudolf Harbig als Namensgeber des Stadions entschieden haben. Doch es gab unschöne Szenen: Während der Verkündung im vollen Stadion entrollten einige im K-Block ein Spruchband“, berichtet aktuell die Sächsische Zeitung.

(Rudolf-Harbig-Stadion, 18. September 2018 – Foto: ultras-dynamo.de)

Das Banner mit der Ansage ’Gott vergibt – Dynamo nicht! Lames – wir vergessen nie!’ ist, so die Sächsische Zeitung, “auf etwas zu beziehen, das mehr als fünf Jahre zurückliegt. Im April 2013 hat Lames, damals noch Vorsitzender Richter am Landgericht, mehrere Mitglieder der ’Hooligans Elbflorenz’ zu zum Teil langjährigen Haftstrafen verurteilt. Mit dem Urteil hat Lames damals Rechtsgeschichte geschrieben“.

Peter Lames erklärte im Nachgang zu besagtem 18. September der Sächsischen Zeitung, er “finde es schon bemerkenswert, dass sich Teile der Fan-Szene von Dynamo Dresden auch nach Jahren noch mit Menschen solidarisieren, die strafrechtlich verurteilt wurden“.

… Dass diese Extremisten nun durch das Spruchband erneut bei Dynamo Dresden unangenehm auffallen, kann sich der Verein nicht erklären. “Das Spruchband wurde im Vorfeld des Spiels nicht bei uns angemeldet, somit konnten wir nicht rechtzeitig intervenieren“, so Dynamo-Geschäftsführer Michael Born. Generell sei ausgemacht, dass Spruchbänder und andere Meinungsäußerungen vorher angemeldet werden. Auch wegen bereits schlechter Erfahrungen mit einigen aus der Fanszene in der Vergangenheit. “Diesen Verstoß gegen die gewohnten Abläufe werden wir im direkten Gespräch zeitnah mit unserer aktiven Fanszene thematisieren“, erklärt Born … (Sächsische Zeitung, Print-Ausgabe, 29. September 2018).

Die Sächsische Zeitung zitiert Peter Lames, dass seiner Meinung nach, “dieses Spruchband [vom 18. September] die Haltung von maximal 200 Personen ausdrückt“ … “Aber sicher nicht von allen, die im K-Block stehen.“

(“… Der K-Block steht hinter euch!!“ – *Foto: O.M.)

[*Rudolf-Harbig-Stadion, Dynamo Dresden vs. SK Rapid Wien, Testspiel, 23. Januar 2010]

(Rudolf-Harbig-Stadion, 3. März 2017 – Foto: ultras-dynamo.de)

… Den Verantwortlichen bei Dynamo ist der [aktuelle] Vorfall merkbar peinlich … (Sächsische Zeitung).

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