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Dynamo Dresden – Football Army?

Sonntag, 14. Mai 2017. Saisonal 33. Spieltag in der zweiten fußballerischen Liga. Die Bilder rund um die Begegnung zwischen Karlsruher SC und Dynamo Dresden (3:4) sind allseits gepostet.

[Football TV, YouTube.com, 14. Mai 2017]

Überraschung?

“… Der politische Klassenkampf im deutschen Fußball wurde zuletzt durch den DFL-Boss Seifert via ’Kriegserklärung’ eingeleitet und eine Eskalation der angespannten Situation offensichtlich gezielt in Kauf genommen …“ [Ostfussball.com, 15. Mai].

“Worte wie ’Krieg’ haben auf dem Fußballplatz nichts verloren“ (Michael Born, Kaufmännischer Geschäftsführer Dynamo Dresden) [radiodresden.de, 15. Mai].

“… Die ’Football Army Dynamo Dresden’ hat sich einen starken Gegner ausgesucht …“ [DFB versteht Dynamo-Aufmarsch als Kriegserklärung, welt.de, 15. Mai].

[Ultra Style, YouTube.com, 14. Mai 2017]

“… Wie der DFB … reagiert, bleibt noch abzuwarten …“ [regenbogen.de, 15. Mai].

Quo vadis, RasenBallsport?

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“… Anlässlich des Zweitligaspiels von Dynamo Dresden beim Karlsruher SC wurden 15 Polizeibeamte und 21 Ordner verletzt. Auf Nachfrage … erklärte die Polizei Karlsruhe nun, dass keiner der Beamten schwer verletzt oder stationär im Krankenhaus behandelt werden musste.

Bei den 15 verletzten Polizeibeamten handelte es sich demnach durchweg um Knalltraumata, die durch zahlreiche Böller ausgelöst wurden, die von Dynamo Fans geworfen worden sein sollen. Schwindel und Gleichgewichtsstörungen können Symptome eines solchen Knalltraumas sein. Laut aktuellen Informationen des Pressesprechers der Polizei Karlsruhe, Martin Plate, liegen bisher jedoch keinerlei Krankmeldungen von Polizeibeamten wegen der Vorfälle beim Gastspiel von Dynamo Dresden in Karlsruhe vor. Einzelne Beamte hätten sich ärztlich behandeln lassen, seien aber dienstfähig geblieben. Die Verletzungen zogen sich alle der 15 Polizisten laut Polizeiangaben auf dem Fanmarsch oder am Eingangsbereich zum Gästeblock zu …

Die schwerste Verletzung des Spieltags hat sich hingegen ein Polizeibeamter zugezogen, der nach dem Spiel beim Verladen eines Polizeipferdes von dem Tier angegangen und am Kopf verletzt wurde. Dies erklärte Pressesprecher Plate … An diesem Vorfall war kein Fußballfan beteiligt … [faszination-fankurve.de, 17. Mai 2017].

[“Kriegserklärung der Dynamo-Ultras“ – muss der Rechtsstaat reagieren? | Rechtsanwalt Frank Hannig | YouTube.com, 17. Mai 2017]

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MedienScreen # 155 [Talk about Red Bull Leipzig]

[Fundstück] Gary Lineker, interviewt in DER SPIEGEL, 18. Februar 2017 –

(…) Die Deutschen machen vieles richtig. Die Stadien sind großartig, der Kommerz hält sich noch in Grenzen. Diese 50-plus-1-Regel, die die Stimmenmehrheit für Kapitalanleger verhindert, sollte die Liga unbedingt beibehalten. Sie ist der Damm, der euch vor Premier-League-Zuständen schützt. Ich habe gelesen, dass Leipzig diese Regel schon umgeht. Wenn man nicht aufpasst, wird Leipzig euer Chelsea. Dann ist der Weg für das Geld geebnet.

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DFB, Dynamo Dresden – Urteil wider Meinungsäußerung?

Wie nunmehr bekannt, hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aktuell mal wieder ein richtungsweisendes Urteil gefällt. Völlig überraschend gegen Dynamo Dresden. Einmal mehr. Folgen soll dem fußballrichterlichen Spruch eine Sperrung des K-Blocks im Rudolf-Harbig-Stadion bereits beim nächsten Heimspiel gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth sowie die Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 60.000 Euro. Ein abgetrennter Bullenkopf im Stadioninnenraum beim DFB-Pokalspiel gegen RasenBallsport Leipzig liefert den Hauptvorwurf. Doch diesspieltäglich des damaligen 20. August beileibe nicht allein.

“Das was an Transparenten gezeigt wurde, geht weit über die freie Meinungsäußerung hinaus“, wird Hans E. Lorenz , Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, zitiert.

Hat Herr Lorenz recht? In Diensten des DFB allein schon Kraft seines Amtes wegen? Oder überhaupt? Bilde sich jede und jeder eine eigene Meinung. In die meinungsfreiheitliche Zukunft unter Ägide des Deutschen Fußball-Bundes schauend? Mit einem Blick zurück –

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(Ultras Dynamo, ’Zentralorgan’, 28. August 2016 – Screenshots: O.M.)

Gegen das am 7. November vom Sportgericht des DFB verkündete Urteil kann die SG Dynamo Dresden (SGD) innerhalb der Frist einer Woche Einspruch vor dem DFB-Bundesgericht einlegen.

“Das Gericht verkennt nicht, dass das Risikospiel gegen RB Leipzig aufgrund der Bemühungen des Vereins gewaltfrei abgelaufen ist“, sagte Richter Lorenz. “Gleichwohl zeigen mehrere Fälle nach dem Pokalspiel, dass Dynamo Dresden derzeit aufgrund des Verhaltens Teile seiner Anhänger keine günstige Prognose gestellt werden kann“ (mdr.de, 7. November 2016).

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(Screenshot Twitter: O.M.)

“Selbstsichere bilden sich ein Urteil, Unsichere fällen es“ (Ernst Ferstl).

MedienScreen # 63 [Red Bull Leipzig, DFL, DFB, Ralf Rangnick]

[Fundstück] Ralf Rangnick, als Sportdirektor und Trainer bei RasenBallsport Leipzig interviewt in 11Freunde, # 168, November 2015 –

(…) ich kann mir kaum vorstellen, dass DFL oder DFB uns die Lizenz gegeben hätten, wenn wir Regeln gebrochen und bis auf Äußerste gebeugt hätten (…)

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Fußballfans, DFB, Dialog – Punkt, Aus, Ende?

“Fanorganisationen verlassen Dialogstrukturen des DFB“. Hat diese aktuelle Meldung ernsthaft irgendwen verwundert? Nach all dem Hin und Her? Mehr her als hin? Nach all der Zeit? “Glaubt jemand in der Fan-Szene wirklich noch an den gewissen Hauch eines quasi wahrlich gleichberechtigten Dialogs?“, war doch bereits schon im Dezember des Jahres 2011, damals in den Zusammenhängen der Pyrotechnik-Debatte, eine der kritischen Thesen.

“Ja – (…) überhaupt miteinander sprechen zu wollen, ist kein Verbrechen. Es kommt eben nur manchmal auch auf den jeweiligen Gesprächspartner an (…).“

Dialog sieht anders aus. Und Einbahnstraßen führen in die eine Richtung letztendlich nirgendwohin.

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(Foto: O.M.)

Die Fanorganisationen ProFans, UnsereKurve, Queer Football Fanclubs und F_in Netzwerk Frauen im Fußball postulieren jetzt nur, was doch längst Tatsache war. Weniger oder mehr. Von Seiten der Verbandsebene. Einseitiger Dialog wird Monolog geheißen. Und sollte endlich auch deutlich als solcher benannt werden.

Mittlerweile also haben die Fanorganisationen “keinen dauerhaften und ernsthaften Willen des Verbandes DFB erkennen können, mit Fußballfans einen transparenten und zielführenden Dialog etablieren zu wollen. Die Arbeit der AG Fanbelange/Fanarbeit, dem einzigen Gremium für einen institutionalisierten regelmäßigen nationalen Dialog des DFB mit Fußballfans, wurde bisher konsequent aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Dadurch wird das Bild der Fußballfans fast ausschließlich durch polarisierende Politiker, Polizeigewerkschafter und Medien geprägt“.

Ist das die Zukunft? Auf, auf zum nächsten Fußball-Sicherheitsgipfel? Der DFB hat immer Recht?

“(…) Obwohl die Verbände die Einzigartigkeit der Fußballfankultur in Deutschland permanent loben, auch um damit höchstmögliche Erlöse in der Vermarktung des Profifußballs zu erzielen, werden Dialog und Kooperationen mit den Fußballfans immer wieder torpediert oder ausgebremst (…)“ [unsere-kurve.de, 14. Oktober 2015].

Schon als der Monolog im Januar 2012 noch fast ein Dialog war, schillerte unter anderem das Szenario Gesichtsscanner her? Stehplätze weg? – Da geht noch was in deutschen Stadien. Mit wem? Und wohin?