Schlagwort-Archive: Dynamo Dresden

Hooligans Elbflorenz. Remember?

In den ersten Januartagen dieses Jahres fanden vor dem Amtsgericht Dresden weitere Prozesse zu den Ereignissen am 19. März 2016 abseitig der rasenfußballerischen Begegnung zwischen Dynamo Dresden und FC Hansa Rostock in der damaligen 3. Liga statt. Damals trafen, vermutlich verabredet, im Dresdner Stadtteil Löbtau Anhänger aller Provenance beider Fußballvereine kurzzeitig straßenkämpfend aufeinander (Reges Fäustchen des Ostens?). Die Polizei nahm an jenem Tag mehr als 80 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Anschließend wurden Ermittlungen gegen 117 Verdächtige geführt.

“(…) Die Ermittlungen gegen Hools aus Dresden und Rostock dauerten lange. Nur 22 Beschuldigte wurden angeklagt, wegen Körperverletzung oder Landfriedensbruchs (…) im April 2019 wurden die ersten beiden Angeklagten am Amtsgericht Dresden verurteilt. Einer erhielt neun Monate auf Bewährung, der andere eine Geldstrafe (…)“ [Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 10. Januar 2020].

In den nunmehr aktuellen Prozessen bekam ein 31-Jähriger eine Geldstrafe von 4.500 Euro gerichtlich auferlegt. Zwei weitere Verfahren gegen Männer im Alter von 25 und 27 Jahren wurden gegen Zahlung von 500 beziehungsweise 1.200 Euro hernach ebenso eingestellt, berichtet die Sächsische Zeitung.

Gerichtsreporter Alexander Schneider nutzte die Möglichkeit der Prozessberichterstattung, um noch einmal zurück zu schauen, quasi resümierend.

“(…) Nach dem aufsehenerregenden Prozess gegen die führenden Mitglieder der ’Hooligans Elbflorenz’ gab es lange keine Matches mehr in Dresden. Auch die Auseinandersetzung am 19. März 2016 blieb ein Einzelfall. Die Staatsanwaltschaft Dresden sieht sich daher darin bestätigt, wie wichtig das Urteil war. Die Hooligans wurden als kriminelle Vereinigung verurteilt, deren Zweck es unter anderem gewesen war, an derartigen Matches teilzunehmen. Die Dresdner Hools teilten auch eine rechtsextreme Gesinnung, hieß es in dem Urteil der Staatsschutzkammer nach 93 Verhandlungstagen. Rechtskräftig ist es nach einer Prüfung des Bundesgerichtshofs seit Anfang 2015 (…)“ [Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 10. Januar 2020].

“Immerhin“, so Alexander Schneider abschließend: “In Dresden wurden (…) keine derartigen Hooligan-Matches mehr bekannt“.

(Dresden, Lennéstraße, September 2007 – Foto: O.M.)

***

Dynamo Dresden. Fiél. Alles wie immer? – Update

Fast liest es sich hinsichtlich der Causa Cristian Fiél bei Dynamo Dresden (SGD) wie einst und einstens. Wirklich?

(…) Nun, eigentlich das alte Spiel: Ein Trainer steht, wie letztzeitlich einige der SGD-Spieler im wahrsten Sinne des Wortes, zwar nicht auf dem Platz, aber er hat Schuld (…) Der Ruhm einer (…) [2.] Liga scheint da für einige Spieler schon einiges zu sein, wenn nicht gar das Ende der eigenen Fahnenstange. Und ob diese Fahnenstange nun in Dresden oder sonstwo steht, ist einigen ’Rasenkünstlern’ wiederum schnurz egal, Profi-Fußball halt – aber der Trainer hat Schuld.

Vielleicht war da in Dresden ein Trainer gerade auf einem Weg, egal wie er amtierte und dabei ’rüber kam (…) Vielleicht war da ein Trainer auf seinem Weg (…) einfach auf dem Weg – für die SGD. Ja, vielleicht … Aber, Profi-Fußball halt – der Trainer hat Schuld, offiziell fast immer (…)

Und ehrlich: Nach ihren letzten Auftritten ist diese Mannschaft für (…) die 2. Bundesliga so nicht tauglich, und das ist nicht unbedingt nur sportlich gemeint. Ja – der bisherige Trainer hat Schuld. Und die Spieler selbst? Die Vereinsführung als solche? Aber ja, Profi-Fußball halt … (…)

[Dynamo Dresden: Allein des alten Trainers Schuld?, 12. April 2011]

Aktuell nur eine Trainer-Frage bei Dynamo Dresden, wie fast immer und überall im fußballerischen Geschäft?

(…) “Ehrlich, konsequent und ohne faule Kompromisse bleibt Minge später auch als Trainer und Manager“, so steht seit 2011 in “Die Stars des DDR-Fußballs“ zu lesen. Dieser Satz hat keine korrigierende Ergänzung verdient – und der Mensch Minge schon gar nicht (…)

[Ralf Minge und Dynamo Dresden, 4. Februar 2014]

(@ Twitter, 1. Dezember 2019, 13:04 Uhr)

 

“Moralische Werte und Profifußball passten schon immer nicht hundertprozentig zusammen“ (Ralf Minge, August 2017).

(…) Im Stich gelassen! Anders kann es nicht formuliert werden. Die Spieler haben (…) ihren Trainer Cristian Fiél gnadenlos im Stich gelassen (…)

Ob die Profis seine Philosophie von Fußball begreifen oder nicht, das sei jetzt einfach mal dahingestellt (…) Doch darum geht es jetzt und hier nicht. Wenn du im Keller stehst, da raus willst, dann musst du dir den Arsch aufreißen. 90 Minuten lang plus Nachspielzeit (…)

Da geht es nicht um Schönspielen, da geht es ums Kämpfen. Ackern, das Publikum mitnehmen, jeden Grashalm knicken. Gift und Galle spucken. Zeigen, dass du willst! (…)

Den meisten Kickern fehlt derzeit schlichtweg die 100prozentige Einstellung zu ihrem tollen Beruf. Und die werden sie auch mit einem neuen Trainer nicht zurückerlangen. Da ist es egal, ob der Hinz, Kunz oder sonstwie heißt.

[Thomas Nahrendorf, “Schuldige Profis!“, Kommentar, Morgenpost am Sonntag, 1. Dezember 2019]

(…) SGD-Pressesprecher Henry Buschmann bestätigte dem MDR am Sonntagnachmittag: “Cristian Fiél ist unser Trainer. Stand jetzt ist das eine Tatsache“ (…) [mdr.de, 1. Dezember 2019, 11:03 Uhr]

“Dresden ist anders“ (Volkmar Köster, November 2005). Ja?

– Nachschiebsel –

Aktuelle Dynamo-News auf der offiziellen Vereinshomepage lesen sich übrigens derweil augenscheinlich nach wie vor aktueller als vielleicht zusammenhanglich gedacht: “’Kaffee nach dem Spiel’ zum Jahresausklang gegen Sandhausen“ (1. Dezember 2019, 12:46 Uhr) sowie “’Cyber Mon-DY’ im Onlineshop“ (2. Dezember 2019, 10:02 Uhr). No further more words? Forza?

– Nicht nur Nachschiebsel –

Einvernehmliche Trennung von Cristian Fiel – SGD und Cheftrainer beenden die Zusammenarbeit [dynamo-dresden.de, 2. Dezember 2019, 18:00 Uhr]

(Screenshots Twitter: O.M.)

Ultras. No Commerce? UD-Capo a.D. …

“Dynamos Capo packt aus“ – die Sächsische Zeitung in einer Headline, einst. “Dieser Personenkult geht mir ehrlich gesagt auf die Ketten“, so der Protagonist – Stefan ’Lehmi’ Lehmann, vormaliger Capo von Ultras Dynamo (UD) himself – einst.

Words? Absigniert und eingepackt? It’s your thing …

(Screenshot: O.M.)

… for whatever.

(a.a.O., 19. März 2019 – Screenshot: O.M.)

Kommissar Stoever, übernehmen Sie? No More Words …?

As said – It’s your thing, (Ex)Capo.

***

Dresdner K-Block. Pyro-Böller am Allerwertesten.

Abendlich ins Rudolf-Harbig-Stadion geschaut. Nur mal so. Zum aktuell Tabellenletzten der zweiten bundesdeutschen Liga, anlässlich des 13. Spieltages einer wie auch immer laufenden Saison. In die erste Halbzeit der rasenballsportlichen Begegnung gegen SV Wehen Wiesbaden. Oder darüber hinaus?

 

 

 

 

 

(@ Twitter, 8. November 2019, 19:17 Uhr)

 

 

 

Die Partie zwischen Dynamo Dresden und SV Wehen Wiesbaden endete dann schlussendlich 1:0, auf dem Rasen.

(Screenshots Twitter: O.M.)

Pyrotechnik ist kein Verbrechen – War da was?

***

– Nachschiebsel –

(…) die Partie stand kurz vor dem Abbruch.

Auch auf den Rängen wurde es unruhig. Offensichtlich wollte sich der Böllerwerfer in den benachbarten J-Block absetzen und dort verstecken, was misslang, weil ihn Anhänger der aktiven Fan-Szene verfolgten und stellten. Ein Selbstreinigungsprozess also, was bemerkenswert wie löblich ist.

Allerdings soll der Verdächtige dabei leichte Verletzungen davongetragen haben. Ob es sich tatsächlich genauso abgespielt hat, ist jedoch nicht ganz klar (…)

Mit dem Böllerwurf sei eine Grenze überschritten wurden, erklärte [Dynamo-Pressesprecher] Buschmann und sprach von einem Einzeltäter. Bedenklich ist jedoch, dass nach längerer Zeit wieder im Heimbereich des Rudolf-Harbig-Stadion Bengalos außerhalb einer Choreografie abgebrannt wurden – und das auch schon bei der Erwärmung der Mannschaften vor dem Spiel (…)

[Daniel Klein, “Die Folgen nach dem großen Knall“, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 11. November 2019]

– Nachnachschiebsel –

(…) Unmittelbar nach dem Vorfall, noch während des Spiels, hatten Dynamo-Fans einen 23-Jährigen an den Sicherheitsdienst übergeben, der einen Böller im Block zur Explosion gebracht hatte (…) [dynamo-dresden.de, 28. November 2019].

(…) Eigentlich hatten die Dynamo-Fans direkt nach der Aktion einen Mann ausfindig gemacht. Sie übergaben den 23-Jährigen der Security. Doch der hatte mit der Tat offenbar nichts zu tun. Denn wie die Polizei am Donnerstag [28. November] mitteilte, wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein ein 18-Jähriger als Tatverdächtiger identifiziert (…) [Dresdner Morgenpost, tag24.de, 28. November 2019].

MedienScreen # 231 [Yellow Madness]

Es begab sich am Abend des 30. Oktober anno 2019 …

(Screenshot: O.M.)

[Fundstück] Uwe Leuthold, “So war die Dynamo-Invasion in Berlin – Mit 30.000 zur Paartherapie“, Ein Erlebnisbericht @ 11freunde.de, 31. Oktober 2019 –

(…) 30.000 Dresdner in der Hauptstadt. Beim letzten Mal, als so viele Sachsen auf einen Schlag nach Berlin gefahren sind, gab es Begrüßungsgeld.

30 Jahre später bewegt sich wieder eine ausgewachsene Völkerwanderung Richtung Hauptstadt. Ziel ist diesmal das Olympiastadion. Der Grund: DFB-Pokal, 2. Runde –Hertha BSC gegen Dynamo Dresden (…)

Endlich können wir mal wieder auf großer Fußballbühne, auf die wir qua Selbstverständnis ohnehin gehören, zeigen, was in uns steckt. Zeigen, dass uns als Fanszene keiner so leicht das Wasser reichen kann (…)

(…) Das Olympiastadion ist voll und genau in der Mitte geteilt, eine Hälfte blau-weiß, die andere schwarz-gelb. Und letztere, also wir, legen los. “Yellow Madness“ lautet das Motto des Abends. Und es wirklich Wahnsinn (…)

(…) später applaudieren die 30.000 ihren Helden und feiern sie minutenlang. Das war eine gelungene Therapie. Auch wenn’s für beide anstrengend war und sich jetzt erst einmal sehr leer anfühlt. Ich glaube, wir versuchen es weiter miteinander.

***

Mit Dank & Gruß an den Spuckelch, im Original auf spuckelch.de augenscheinlich – leider – schon seit längerer Zeit wie bissel offline.