(…) Die Internetseite von City (…) war am Freitag [22. Mai] komplett schwarz. Auf der Facebookseite (…) zwei rote Drumsticks (…) [Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 23. Mai 2020]
Kaum Worte zu finden –
(Screenshot: O.M.)
Ich habe dich/euch gesehen und gehört, als City noch ’Underground’ war, einst.
Möge dir die Erde – ob barfüßig oder beschuht – leicht sein, Klaus.
Die Länge der Texte waren Programm – als so titulierte Longreads, jeweils 120-minütiger Lesestoff, vielleicht. Und allenfalls mehr noch, darüber hinaus. Hintergründig. Die Themenpalette stets breit und breiter gefächert – “Fußball, anders erzählt“.
(120minuten.net – Screenshot: O.M.)
Und aktuell nun der wohl jemals kürzeste Beitrag auf 120minuten.net, quasi ein Abgesang, irgendwie traurig stimmend.
(Screenshot Twitter: O.M.)
Noch ist 120minuten.net nach wie vor direkt online erreichbar. Ob das so bleiben wird – wer weiß? Ansonsten eben bei Archive.org. Go down in history.
Auch MeyView.com war es eine Freude, 120minuten.net gekannt zu haben. See you, wherever.
[Fundstück] Tom Pauls, zitiert in Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 14. Januar 2020 –
Die intellektuelle Fähigkeit, Satire und ironische Provokationen als solche zu erkennen, scheint den Rechten überwiegend zu fehlen … ein Zeichen zunehmender gesellschaftlicher Verdummung.
[Fundstück] Margarete Stokowski, “Hass-Stürme im Netz – Solidarität muss bedingungslos sein“, SPIEGEL ONLINE, 31. Dezember 2019 –
(…) das Internet ist kein verwunschener Wald. Die Dinge, die hier passieren, folgen bestimmten Regeln, nur dass die Regeln vielen nicht bekannt sind. Nazis sind nicht so kreativ, ihre Einschüchterungsversuche haben immer wieder dieselbe Dynamik. Und doch stehen einzelne Menschen, Redaktionen, ArbeitgeberInnen oft völlig gelähmt vor dem Spektakel, wenn erneut jemand betroffen ist (…)
(…) Hass im Netz ist keine Magie, aber selbst wer sie für ein mystisches Spektakel hält, sollte wissen, dass es eine Art Gegenzauber gibt: bedingungslose Solidarität und aktive Unterstützung der vom Hass Betroffenen (…)
“(…) in einem Land, dem Peter Alexander der deutsche Frank Sinatra war und Helene Fischer wahlweise als Erbin von Marlene Dietrich oder die deutsche Streisand gilt, ist nichts unmöglich (…)“ [’gremlizas express’, konkret, 1/2016]
* Hermann L. Gremliza, 20. November 1940 – 20. Dezember 2019 *
(…) Wie groß die Lücke ist, die Hermann L. Gremliza (…) hinterlässt, lässt sich in etwa abschätzen an seiner Kolumne “Gremlizas Express“ auf der letzten Seite jeder “Konkret“-Ausgabe. Hier demonstrierte der glühende Karl-Kraus-Verehrer eindrucksvoll, dass linkes Denken nicht nur eine Frage der richtigen Haltung, sondern auch der richtigen Sprache ist. Gremliza war ein linker “Waldorf & Statler“ in Personalunion (das schlagfertige Seniorenduo aus der “Muppets Show“), der sich beißend und reißerisch von seiner Empore der Selbstgewissheit herunter über seine Zeitgenossen lustig machen konnte. Und, zum Leidwesen der Kritisierten, darin auch meist recht behielt (…)
Hermann L. Gremliza hinterlässt der Nachwelt ein gewaltiges Werk. Tröstlich allein ist, dass er nun wieder mit dem 2013 verstorbenen Satiriker Horst Tomayer, ein langjähriger Weggefährte aus “Konkret“-Zeiten, vereint ist. Wo immer sich die beiden jetzt auch befinden, können sie dort ihr politisches Comedy-Duo “Sehr gemischtes Doppel“ wiederaufnehmen.
[“Stachel im Fleisch der deutschen Linken“, Andreas Busche, Der Tagesspiegel Online, 24. Dezember 2019]
(…) Während die Frankfurter Straßenkämpfer Joschka Fischer und Thomas Schmid heiße Zähren um die im Gefängnis sterbenden Kombattanten von der RAF vergossen, zog Gremliza dem Sentiment die messerscharfe Analyse vor: “Ulrike Meinhofs Weg in den Untergrund begann, als Sozialdemokraten einen Goebbels-Referenten zum Bundeskanzler wählten.“ So nämlich hob sein Nachruf auf seine Vorgängerin in der konkret-Chefredaktion an.
Wie Ulrike Meinhof brillierte Gremliza als Kolumnist und mähte mit seinem messerscharfen Verstand alles nieder, was rechts von ihm stand und dumm genug war, sich öffentlich zu äußern (…)
[“Freibeuter mit messerscharfem Verstand“, Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung Online, 23. Dezember 2019]
(…) Man konnte sich an Gremliza reiben. Doch wenn man sich auf ihn einließ, konnte man aus dem Streit mit ihm lernen oder unterhalten werden. Nur ein Beispiel: Obschon Gremliza nie einen echten Shitstorm erleben musste – dafür war konkret einfach nie digital genug -, lieferte er mit “Stürmerscheiße“ das passende Vokabular dafür. Welch Eleganz (…)
[“Der polemische Bourgeois“, Alexander Nabert, taz.de, 23. Dezember 2019]
“Die Wahrheit ist immer konkret“ (Wladimir Iljitsch Uljanow).
(Screenshot Twitter: O.M.)
ElbsandsteinPolemik
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